Mario Osterland und Martin Straub bei „Blaubart & Ginster“

In der 14. Ausgabe von „Blaubart & Ginster“ auf Radio OKJ wurden die Rollen getauscht. Moderator Mario Osterland nahm auf der Gästebank Platz, während der Ehrenvorsitzende des Jenaer LeseZeichen e.V. Martin Straub als Co-Moderator an Ralf Schönfelders Seite rückte. Zu hören gibt es in dieser Konstellation ein Gespräch über Osterlands neuen Gedichtband heimische Arten.

Die Sendung kann in einer Podcastversion auf soundcloud nachgehört werden.

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Rückschau: In guter Nachbarschaft #15

Mit der 15. Ausgabe von In guter Nachbarschaft ging am 8.12. in Weimar das bisher ereignisreichste Jahr unserer Lesereihe zu Ende. Zum Abschluss gab es für das Publikum noch einmal einen echten Höhepunkt. Der Jazz-Posaunist Conny Bauer, der Übersetzer Alexander Filyuta und der Schriftsteller Alexander Graeff präsentierten einen Abend lang „Wassily Kandinsky als Dichter“.

Filyuta und Graeff, die die bisher weitgehend unbekannten Gedichte aus dem Nachlass Kandinskys in ihrem Buch Vergessenes Oval herausgegeben haben,  beeindruckten die Gäste im gutbesuchten Kulturzentrum „mon ami“ mit einer zweisprachigen Lesung auf russisch und deutsch. Dabei haben beide in beeindruckender Betonung den spezifischen Klang der Texte wiedergegeben, der nicht nur starken Einfluss auf die Dadaisten um Hugo Ball, sondern auch auf die Konkrete Poesie ausübte.

Zum integralen Bestandteil des Vortrags, der vom Kandinsky-Experten Graeff durch interessantes Hintergrundwissen ergänzt wurde, wurde das charakteristische Posaunenspiel der Jazzlegende Conny Bauer. Bauer, der bereits 2007 von Kandinskys Bühnenwerk Der gelbe Klang zu eigenen Kompositionen inspiriert wurde, spielte immer wieder in den Text hinein – umgekehrt lasen Filyuta und Graeff im Einklang mit Bauers Posaune Kandinskys stark rhythmisiere Verse.

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Schließlich lies es sich Conny Bauer nicht nehmen einen längeren Solopart zu spielen, bei dem melodische, stakkohafte, bisweilen schnarrende und pochende Klänge ein beeindruckend breites Klangspektrum der Posaune offenbarten. Der Applaus des Publikums – für alle drei Akteure – war im Anschluss entsprechend lang und herzlich.

Beschlossen wurde der Abend mit einem Gespräche zwischen Moderator Mario Osterland und den auftretenden Künstlern. Dabei ordneten Filyuta und Graeff noch einmal die Bedeutung des schriftstellerischen Werks Wassily Kandinskys ein und gaben Auskunft über die Arbeit an den Übersetzungen der Texte, aber auch über Kandinskys Zeit in Weimar. Als besondere Überraschung für Publikum und Veranstalter ließ Conny Bauer zudem erkennen, dass das Kandinsky-Projekt mit Filyuta und Graeff fortgeführt werden soll. Vielleicht sogar in Form neuer Kompositionen für Posaune. Man darf gespannt bleiden, denn allzu tief ließen sich die Künstler diesbezüglich noch nicht in die Karten schauen.

Wir bedanken bei allen Förderern und Freunden der Lesereihe für den erfolgreichen Jahresabschluss! Tausend Dank an Conny Bauer, Alexander Filyuta, Alexander Graeff, an die Agentur Artischocke und Lena Panzer-Selz, an die Literarische Gesellschaft Thüringen, den LeseZeichen e.V. – und nicht zuletzt an unser Publikum.

(Fotos: Anne Osterland)