26.10. – Erfurt – IN GUTER NACHBARSCHAFT #18

Liebe Freund*innen, am 26. Oktober kehren wir endlich wieder zurück nach Erfurt und beenden damit unsere lange Sommerpause. Im Franz Mehlhose erwartet euch ein einzigartiger Literaturabend. Der Tiroler Autor Robert Prosser trägt in einer einzigartigen Leseperformance frei(!) aus seinem Roman Phantome (nominiert für den Deutschen Buchpreis 2017) vor. Niklas L. Niskate, in Oberösterreich lebend, performt seine Texte ebenfalls frei, mithilfe von Loops und elektronischen Effekten entsteht Soundpoesie vom Feinsten. Beide Künstler stellen zudem eine gemeinsame Performance vor, die sie eigens für diesen Abend erarbeitet haben. Prosa, die Lyrik, Lyrik, die Prosa wird. Eine außergewöhnliche Performance-Kollaboration!

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Freitag, 26.10.2018 – 20 Uhr

Franz Mehlhose (Löberstr. 12, 99084 Erfurt)

Eintritt: 5,-/erm. 3,-€ (nur Abendkasse, Ticketreservierung unter inguternachbarschaft [at] gmx.de)

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NIKLAS L. NISKATE wuchs als Kaninchen unter Dodos auf. In den 80er Jahren des 18. Jahrhunderts ging er in der Wortschmiede des Bergarbeiterschaft Nordsüdinnung in die Leere. Es folgten nach Intermezzi bei den Neandertalern in den 1630erJahren Auftritte als Sprachspucker im wandernden Androidentheater, das sich allerdings nicht lange am Leben halten konnte. Bei einem später folgenden freien Wettbewerb im Wortwerfen wurde er mit zwei Dutzend Kronkorkenorden ausgezeichnet, die er fortan, an sich befestigt zu Schau stellen sollte. Derart traumatisiert ergriff er die Flucht und begann unverzüglich mit der Untertunnelung des Ozeans. Ende des 19. Jahrhunderts tauchte er wieder auf, im Lesesaal der Universität Fort Hare, wo er 1910 als erstes Kaninchen weltweit den Hochschulabschluss in Innenarchitektur, Tunnelbau und Projektionsfelderwirtschaft absolvierte. Auf diese Art akademisch verwahrlost, kratzte er in den Folgejahren Erdgedichte aus Tunnelwänden und brachte sie zu einem nahegelegenen Gunstmarkt.
Seitdem entstanden freie Kooperationen mit so namhaften Größen wie dem Zufall. Zahlreiche Veröffentlichungen, Preise, Auszeichnungen, Lobhudeleien und Gunstbezeugungen innerhalb der berüchtigten Literaturgruppe Spiegelkabinett, deren einziges Mitglied er darstellt. https://niskate.com/

ROBERT PROSSER, geboren 1983 in Alpbach/Tirol, lebt dort und in Wien. Studium der Komparatistik und Kultur- und Sozialanthropologie, Aufenthalte in Asien, in der arabischen Welt und in England. Er tritt mit Performances auf, ist Mitbegründer von Babelsprech zur internationalen Förderung junger Poesie und konzipiert im Literaturhaus Wien die Lesungsreihe Kombo Kosmopolit. Er veröffentlichte u.a. den Roman Geister und Tattoos (Klever, 2013), sowie als Mitherausgeber Lyrik von Jetzt 3 (Wallstein, 2015). Im August 2017 erschien bei Ullstein fünf der Roman Phantome.
Einige Auszeichnungen, u.a.: Österreichisches Projektstipendium für Literatur 2018/2019, Longlist Deutscher Buchpreis 2017 (mit Phantome), Land-Niederösterreich-Literaturpreis und Publikumspreis Wartholz 2016. http://www.robertprosser.at/

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Die unabhängige Lesereihe „In guter Nachbarschaft“ gehört zum festen Bestandteil der Thüringer Literaturszene. Sie vereint seit 2014 neue Lyrik und Prosa mit aktueller Musik. Über zahlreiche selbst organisierte Veranstaltungen hinaus wird die Lesereihe von Kulturveranstaltern im gesamten Freistaat als zuverlässiger Partner für anspruchsvolle und unterhaltsame Literatur geschätzt.

Die Lesereihe „In guter Nachbarschaft“ ist ein Projekt der Literarischen Gesellschaft Thüringen e.V. und wird unterstützt durch die Thüringer Staatskanzlei.

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Peter Neumann auf dem blauen Sofa

Unser Nachbar Peter Neumann hat kürzlich sein Sachbuch Jena 1800 – Die Republik der freien Geister im Siedler Verlag veröffentlicht. Im Rahmen der Frankfurter Buchmesse stellte er das Buch vor und sprach darüber unter anderen auf dem blauen Sofa. In der Mediathek des ZDF kann man das interessante Gespräch nachsehen.

https://ngp.zdf.de/miniplayer/embed/?mediaID=%2Fzdf%2Fkultur%2Fdas-blaue-sofa%2Fneumann-peter-blaues-sofa-14-10-2018-100

12.10. – Frankfurt am Main – „Was ich verschwieg ist diese Landschaft“ – Neue Lyrik und Prosa

Am 12.10.2018 finden im Rahmen der Frankfurt Buchmesse verschiedene Lesungen unter dem Titel Was ich verschwieg ist diese Landschaft – Neue Lyrik und Prosa am Gemeinschaftsstand des Freistaats Thüringen statt.

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Gemeinschaftsstand des Freistaat Thüringen – Halle 3.1 / Stand F65

11:00 – 11.45 Lennardt Loß und Romina Nikolic
13:00 – 13:45 Mirandolina Babunashvili und Joshua Schößler
15:00 – 15:45 Peter Neumann und Kinga Tóth
17:00 – 17:45 Crauss und Andra Schwarz

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Im Rahmen der Frankfurter Buchmesse 2018 stellen sich acht Schriftsteller*innen in Lesung und Gespräch vor, die in Thüringen leben oder durch ihre enge Zusammenarbeit mit der Lesereihe In guter Nachbarschaft mit dem literarischen Leben im Freistaat verbunden sind. Die Autor*innen lesen aus ihren aktuellen Veröffentlichungen und teilweise noch unpublizierten Werken und geben so einen Einblick in ihr aktuelles Schaffen. Darüber hinaus diskutiert der Erfurter Autor und Moderator Mario Osterland mit den Lesenden u.a. über die Möglichkeiten der Literatur im 21. Jahrhundert, über deren politische und gesellschaftliche Relevanz, sowie ihre Anerkennung auch über die Buchbranche hinaus.

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MIRANDOLINA BABUNASHVILI, geb. 1996 in Kaiserslautern, wuchs in Darmstadt auf und studierte von 2015 bis 2018 Internationale Beziehungen und Sozialwissenschaften an der Universität Erfurt. 2017 war sie Teilnehmerin am Literaturlabor Wolfenbüttel. 2018 wurde sie u.a. mit dem hr2-Literaturpreis ausgezeichnet.

CRAUSS, geb. 1971, ist im hauptleben dichter, daneben dozent für sprachpraxis an der universität siegen. er wurde mitte der 1990er jahre durch neue, produktive verfahren einer videoclip-ästhetik in der lyrik einem breiteren publikum bekannt. Crauss wurde mit wichtigen stipendien gefördert, mit literaturpreisen ausgezeichnet und seine dichtung in die 10+ wichtigsten sprachen der welt übersetzt. Zuletzt erschien von ihm der Gedichtband „Die harte Seite des Himmels“ (Verlagshaus Berlin) und der Essayband „Schundfaktor“ (Verlag Dreiviertelhaus). http://crauss.de/

LENNARDT LOSS, geb. 1992 in Braunschweig, Studium der Theater-, Film- und Medienwissenschaften in Jena und Frankfurt am Main. Seit 2017 arbeitet er als freier Autor der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung. Er war in diesem Jahr Teilnehmer beim Wettbewerb um den Ingeborg-Bachmann-Preis in Klagenfurt. Sein Debüt erscheint im Frühjahr 2019 im Weissbooks Verlag.

PETER NEUMANN, geb. 1987 in Neubrandenburg, lebt als freier Schriftsteller in Weimar und lehrt Philosophie mit Schwerpunkt Deutscher Idealismus an der Friedrich-Schiller-Universität Jena. 2018 wurde er mit dem Thüringer Literaturstipendium Harald Gerlach ausgezeichnet. Zuletzt erschien von ihm der Gedichtband „areale & tage“ in der edition AZUR und das Sachbuch „Jena 1800 – Die Republik der freien Geister“ (Siedler Verlag).

ROMINA NIKOLIC, geb. 1985 in Suhl. Sie studierte Literaturwissenschaft und Philosophie in Jena. Derzeit arbeitet sie an ihrer Dissertation zum Werk Paulus Böhmers an der TU Braunschweig. Sie war zweimal Preisträgerin des Jungen Literaturforums Hessen-Thüringen und erhielt das Walter-Dexel-Stipendium der Stadt Jena.

JOSHUA SCHÖßLER, geb. 1992 in Düsseldorf, studierte Philosophie und Germanistische Literaturwissenschaft in Jena, lebt derzeit in Offenbach. 2017 gewann er u.a. den hr2-Literaturpreis. http://www.skklnt.wordpress.com

ANDRA SCHWARZ, geb. 1982 in der Oberlausitz, lebt in Leipzig. Nach einer Instrumentalausbildung in klassischer Gitarre am Musikgymnasium Schloss Belvedere in Weimar und einem längeren Aufenthalt in Südafrika studierte sie Kunstgeschichte und Germanistische Literaturwissenschaft an der Martin-Luther-Universität Halle. Später folgte ein Studium am Deutschen Literaturinstitut Leipzig. 2017 gewann sie den Leonce-und-Lena Preis beim 20. Literarischen März in Darmstadt. Im Herbst 2017 erschien ihr Debüt „Am morgen sind wir aus glas“ (Poetenladen).

KINGA TÓTH, geb. 1983 in Sarvar/Ungarn, ist u.a. Sprachwissenschaftlerin und Sound-Poetin. Sie ist aktives Mitglied in verschiedenen Kulturverbänden, darunter dem József Attila Kör. Sie schreib auf Englisch, Deutsch und Ungarisch und ist besonders für ihre Live-Performances bekannt. 2016 war sie Jenaer Stadtschreiberin (Rosenthal-Stipendium), derzeit ist sie Stipendiatin der Stadt Graz. Auf deutsch erschien von ihr zuletzt der Gedichtband „Wir bauen eine Stadt“ (Parasitenpresse).

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Die Veranstaltung wird gefördert durch das Thüringer Ministerium für Wirtschaft, Wissenschaft & Digitale Gesellschaft.

29.9. – Nordhausen – Ein Fest für die Poesie

Am 29. September veranstaltet die Literarische Gesellschaft Thüringen ihr zweites Poesiefest. Nach dem gelungenen Auftakt im letzten Jahr in Eisenach geht es diesmal nach Nordhausen, wo die Besucher*innen ein vielfältiges literarisches Programm erwartet. Natürlich sind wir mit unserer Lesereihe In guter Nachbarschaft auch wieder dabei und präsentieren euch in Lesung und Gespräch neue Texte von Romina Nikolić und Joshua Schößler.

Das Tagesprogramm beginnt am 29.9. um 14 Uhr. In guter Nachbarschaft stellt sich gemeinsam mit dem Poetryfilmkanal Weimar um 16:45 Uhr vor. Alle Details und mehr Informationen zum Festival finden Sie hier.

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Rückschau: In guter Nachbarschaft #17

Auch in diesem Jahr gab es im Rahmen unserer Lesereihe wieder eine Veranstaltung mit aktuellen und früheren Preisträger*innen des Jungen Literaturforums Hessen-Thüringen. Am 29.6. lasen Stefan Petermann, Mirandolina Babunashvili und Lennardt Loß im schönen Café Paradise Birds in Jena.

Die Kooperation mit dem Jungen Literaturforum ist für uns nicht nur zur schönen Tradition geworden, sondern bedeutet für uns eine nachhaltige und langfristige Förderung des literarischen Nachwuchses im Freistaat und darüber hinaus.

Lennardt Loß, der vor zwei Jahren bei unserer Summer Edition im Jenaer Paradies seine allererste Lesung bestritt, kehrte zu uns zurück und las nicht nur seinen jüngst prämierten Text Das Ascheroda Rindermassaker, sondern auch seinen vormaligen Preistext Russischer Tango. „So schließt sich also der Kreis“, sagte er an diesem Abend, bevor er zum Bachmannpreis nach Klagenfurt aufbrach.

Mirandolina Babunashvili las ihren aktuellen Preisträgerinnentext Dreizehn, für den sie zudem mit dem hr2-Literaturpreis 2018 ausgezeichnet wurde. Sie setzte sich damit in einer Publikumsabstimmung gegen die anderen Preisträger*innen des diesjährigen Jungen Literaturforums durch. Zudem stellte sie ihren berührenden Text Im März vor, der von der existentiellen Not einer jungen Mutter im Krieg erzählt.

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Der Weimarer Autor Stefan Petermann, dessen literarischer Weg als Preisträger des Jungen Literaturforums 2004 begann, stellte schließlich einige seiner literarischen Facebook-Postings vor. Darin kommentiert er auf satirische, tiefgehende und sprachlich raffinierte Weise Ereignisse aus dem aktuellen Politik- und Mediengeschehen. Zudem las er aus einem noch unveröffentlichten Text, der von einem ebenso traurigen wie absurden Lebensweg eines Asylsuchenden in Deutschland erzählt.

Beschlossen wurde der Abend mit einem Autor*innengespräch in dem Loß, Babunashvili und Petermann von ihren Erfahrungen mit dem Jungen Literaturforum erzählten und Einblicke in ihre aktuellen Arbeitsprozesse gaben.

Wir bedanken uns ganz herzlich bei allen Zuhörer*innen, den Autor*innen und dem Team vom Paradise Birds für den gelungenen Abend. Die Literarische Gesellschaft Thüringen, die Thüringer Staatskanzlei und das Hessischen Literaturforum im Mousonturm haben diese Veranstaltung großzügig gefördert. Auch dafür ein herzlicher Dank.

(Fotos: Anne Osterland)

Die nächste Ausgabe von IN GUTER NACHBARSCHAFT findet am 26.10. in Erfurt (Franz Mehlhose) statt. Es lesen und performen dann Niklas L. Niskate und Robert Prosser.

Fünf Fragen an Lennardt Loß

Am Freitag, den 29. Juni findet die 17. Ausgabe von IN GUTER NACHBARSCHAFT statt. Diesmal gibt es, wie in jedem Sommer, wieder eine Lesung mit Preisträger*innen des Jungen Literaturforums Hessen-Thüringen. Mit dabei ist u.a. Lennardt Loß, der für seinen Text Das Ascheroda Rindermassaker ausgezeichnet wurde. In diesem kleinen Interview erzählt er von seinem literarischen Weg zwischen Jena und Frankfurt/Main.

 

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Lennardt Loß (Foto: Viet Duc Le)

 

Wenn du an deine, wenn auch kurze Zeit in Jena zurückdenkst, was fällt dir dann spontan ein?

Meine erste Lesung, natürlich. Premiere, sozusagen. Bei Euer Summer Edition im August 2016, glaube ich. In so einem Pavillon im Paradies Park, so ein Glas- und Stahlgebäude. Draußen: kaum Wind, bestimmt 32 Grad Celsius. Drinnen: gar kein Wind, gefühlt 42 Grad Celsius. Und ich war abwechselnd brutal nervös und dann wahnsinnig euphorisiert. Nach der Lesung ging’s für einen Sprung in die Saale, schwimmen. Ich freu‘ mich deshalb nach zwei Jahren endlich wieder bei Euch zu lesen. Und aufs Mitternachtbaden in der Saale.

Welche Rolle hat das Junge Literaturforum Hessen-Thüringen auf deinem bisherigen Weg als Autor gespielt?

Eine große! Für eine meiner ersten Short Stories, die ich geschrieben habe, gab’s 2016 den Anthologiepreis des Jungen Literaturforums-Hessen-Thüringen. Ich dachte damals: Hey, irgendwer scheint das gar nicht so mies zu finden, was du da schreibst. Und hab‘ weitergemacht. Mit dem Literaturforum hat also alles begonnen. Auf einem Workshop, den mir das Literaturforum vor fast zwei Jahren vermittelt hat, habe ich dann meinen Lektor Rainer Weiss kennengelernt. Er hat mich dann auch zu weissbooks.w in Frankfurt am Main vermittelt, wo im Januar 2019 mein Debüt erscheinen wird. Ich habe dem Literaturforum also sehr viel zu verdanken. Und bin auch ein bisschen traurig, dass ich nächstes Jahr nicht mehr teilnehmen kann, weil ich jetzt älter als 25 bin. Das ist Altersgrenze für die Teilnahme beim Wettbewerb.

Wie hat sich dein literarischer Weg verändert, seitdem du in Frankfurt/Main lebst?

In Frankfurt ist alles so richtig in Fahrt gekommen. Dort habe ich meine Verlegerin Anya Schutzbach und eben meinen Lektor Rainer Weiss kennengelernt. Dort habe ich meinen ersten Buchvertrag unterschrieben, mich für Klagenfurt beworben und die Zusage gefeiert. Der Grundstein aber, der wurde in Jena gelegt.

Wie kam es zu deiner Teilnahme beim diesjährigen Bachmannpreis und was hast du gedacht, als du eingeladen wurdest?

Klagenfurt, das war eine Idee meiner Verlegerin. Als sie gefragt hat, ob ich mich da bewerben möchte, dachte ich nur: Ne, das mache ich nicht, mir diesen Stress antun. Dann dachte ich: Lennardt, du eitle Dreckssau, du wirst doch eh nicht eingeladen, mach halt. Jetzt ist es nicht mal mehr ein Monat bis zum Wettlesen. Und ich bin immer noch erstaunt, dass es geklappt hat.

Kannst du schon etwas über deinem kommenden Roman verraten?

Das Buch wird eine Robinsonade ohne Robinson. Eine junge Frau überlebt einen Flugzeugabsturz über dem Pazifik und lebt 25 Jahre auf einer einsamen Insel, bis sie dort gefunden wird. Der Clou ist: Wir erfahren fast nichts über sie. Und das brauchen wir auch nicht, denn das Motiv der Robinsonade ist so tief in unserem kollektiven Bewusstsein verankert, dass wir diese Leerstelle problemlos füllen können. Sie wird vermutlich Nahrung suchen, eine Hütte bauen, ein Stück Land kultivieren. Was man auf einer einsamen Insel halt so macht. Stattdessen lesen wir Short Stories über Figuren, deren Lebenswege mit dem der jungen Frau verknüpft sind. Das kann enger gefasst sein, wie eine Story, die von ihren Eltern erzählt. Das kann aber auch weiter gefasst sein, wie eine Story über den Kapitän, der sie schließlich von ihrer Insel rettet. Wie gesagt: Eine Robinsonade ohne Robinson.

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LENNARDT LOSS, geb. 1992 in Braunschweig, Studium der Theater-, Film- und Medienwissenschaften in Jena und Frankfurt am Main. Seit 2017 arbeitet er als freier Autor der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung. Er wurde beim diesjährigen Jungen Literaturforum für Das Aschenroda Rindermassaker ausgezeichnet und ist in diesem Jahr Teilnehmer beim Wettbewerb um den Ingeborg-Bachmann-Preis in Klagenfurt. Sein Debüt erscheint im Frühjahr 2019 bei weissbooks.

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IN GUTER NACHBARSCHAFT #17 – Junges Literaturforum Edition

mit Stefan Petermann, Lennardt Loß und Mirandolina Babunashvili

am 29. Juni 2018 – um 20 Uhr

im Paradise Birds (Vor dem Neutor 4, 07743 Jena)

Eintritt 5,-€ / ermäßigt 3,-€

hr2-Literaturpreis 2018 für Mirandolina Babunashvili

Mirandolina Babunashvili, die bereits beim offenen Mikrofon unserer Lesereihe zu Gast war, erhält für ihren Text Dreizehn den diesjährigen hr2-Literaturpreis. Die in Erfurt lebende Autorin gewann die Online-Abstimmung um den Publikumspreis, für den die Gewinner*innen des Jungen Literaturforums Hessen-Thüringen 2018 nominiert waren.

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Mirandolina Babunashvili (Foto: privat)

Den Gewinnerinnentext kann man in einer Vertonung des Hessischen Rundfunks unter diesem Link nachhören.

Wir gratulieren Mirandolina Babunashvili herzlich und freuen uns auf ihre Lesung bei der kommenden Ausgabe von In guter Nachbarschaft in Jena.

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IN GUTER NACHBARSCHAFT #17 – Junges Literaturforum Edition

mit Stefan Petermann, Lennardt Loß und Mirandolina Babunashvili

am 29. Juni 2018 – um 20 Uhr

im Paradise Birds (Vor dem Neutor 4, 07743 Jena)

Eintritt 5,-€ / ermäßigt 3,-€