hr2-Literaturpreis 2017 für Joshua Schößler

Joshua Schößler, der bereits mehrfach zu Gast am offenen Mikrofon unsere Lesereihe war, erhält für seine Kurzgeschichte Betrug den hr2-Literaturpreis 2017. Der Jenaer Autor gewann die Online-Abstimmung um den Preis, für den neun weitere Nachwuchsautor*innen aus Hessen und Thüringen nominiert waren.

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Joshua Schößler

In seinem Text erzählt Schößler die Geschichte eines orientierungslosen Kiffers, der zwischen Wahrheit und Lüge durch die in der Freistadt Christiania taumelt. Betrug kann auf der Website zum Wettbewerb nachgehört werden. Ebenso wie die Texte der anderen nominierten Autor*innen, darunter auch Russischer Tango von Lennardt Loß, Gastautor bei der In guter Nachbarschaft SUMMER EDITION im letzten Jahr.

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Lennardt Loß bei seiner Lesung zur Summer Edition im Juli 2016(Foto: Julia Hauck)

Der hr2-Literaturpreis ist ein Publikumspreis, der jährlich vergeben wird. Die Liste der Nominierten ergibt sich aus den Hauptpreisgewinner*innen des ebenfalls jährlich stattfindenden Literaturwettbewerbes des Jungen Literaturforums Hessen-Thüringen.

Wir freuen uns mit Lennardt Loß und Joshua Schößler und gratulieren herzlich zu diesen Erfolgen!

Joshua Schößler bloggt auf skklnt.

Vorgestellt: Robert Sorg

Robert Sorg, geb. 1978 in Dresden, ist Kunsthistoriker und seit 2004 Mitarbeiter der Herzogin Anna Amalia Bibliothek Weimar. Von 2009 – 2015 war er Galerist und Vorsitzender des Kunsthof Jena e.V. Set 2016 ist er Vorsitzender des Jenaer Kunstvereins.

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Robert Sorg (Foto: René-T. Kusche)

 

Mario Osterland: Lieber Robert, deine Biografie sagt Kunsthistoriker, Bibliothekar, Kulturmanager und Dichter. Was bist du momentan am meisten bzw. wie sind diese Aufgaben in deinem Leben gewichtet?

Robert Sorg: Eigentlich sollte ganz demokratisch alles egalitär behandelt werden. Aber es gibt, den Umständen entsprechend, natürlich verschiedene Gewichtungen zu verschiedenen Zeiten. Priorität hat der Broterwerb, also mein bibliothekarisches Dasein. Bekanntlich lebt der Mensch jedoch nicht vom Brot allein. Die mangelnde Praxis und Selbstentfaltung die ein Angestelltendasein in der von Spezialisierung geprägten modernen und postmodernen Arbeitswelt darstellt, kann ich durch das Kulturmanagement und das Schreiben reduzieren. Wobei das Kulturmanagement derzeit ziemlich viel Zeit in Anspruch nimmt. Naja, und zum Schreiben lasse ich mich gerne vom freien Leben inspirieren, also muss ich auch noch leben. Und leben heißt ja nicht immer nur seinen Funktionen nachkommen.

M.O.: Wie lebt es sich denn als Kulturschaffender in Thüringen? Seit wann bist du eigentlich hier? Du bist ja dem Papier nach Dresdner.

R.S.: In Dresden habe ich nur die ersten vier Jahre meines Lebens verbracht und dann ging’s ab in den Bezirk Suhl, Kreis Ilmenau, danach kam die Einführung des Freistaats Thüringen, aus dessen Grenzen ich nicht mehr herausgekommen bin. Als Kulturschaffender hat man durchaus Möglichkeiten, allerdings ist es im Unter- und Mittelbau der Kulturschaffenden ein ziemlich nervenaufreibendes Treiben, das extrem vom wie auch immer begründeten Enthusiasmus der ehrenamtlich Engagierten getragen wird. Langfristiges Planen von Förderprojekten ist eine extreme Herausforderung, eine Gleichung mit ziemlichen Unbekannten, die Summe/das Produkt steht zumeist erst fest, wenn die Idee sich bereits in der Umsetzung befindet. Das übrigens ist mein persönlicher Lustgewinn im Kulturschaffen – die Materialisierung einer Idee zu begleiten.

M.O.: Das kommt mir ziemlich bekannt vor. Dank solcher Enthusiasten wie dir konnten wir zuletzt „In guter Nachbarschaft“ in der Galerie im Stadtspeicher veranstalten. Für solche Kooperationen sind wir nicht zuletzt deswegen sehr dankbar, weil unabhängige Kultur Räume – wie etwa Galerien – braucht. Diese zu betreiben ist jedoch auch nicht immer einfach. Wie steht es denn beispielsweise um „unsere alte Heimat“, den Kunsthof in Jena?

R.S.: Die Galerie im Kunsthof besteht nicht mehr, da der Verein Kunsthof Jena, dessen Vorsitzender ich bin, 2015 beschlossen hat, eine ortsgebundene Kulturarbeit in Verbindung mit der Verwaltung des gesamten Komplexes, dem noch Werkstätten und Ateliers angebunden waren, aufgrund des unbezahlten, enormen Arbeitsaufwandes einzustellen. Aber es haben sich neue Möglichkeiten ergeben, zum Beispiel eben die Räumlichkeiten des Jenaer Kunstvereins. Alles hat seine Zeit, auch eine ziemlich coole Hinterhofgalerie in Jenas Zentrum, die Zeit war dort ziemlich schön, aber es muss weitergehen. Kulturräume in Jena gibt es, wie es in Jena auch das Klagen über den Mangel an solchen gibt. In den kapitalistischen Verhältnissen, in denen wir leben, braucht es zumeist ein halbwegs kapitalistisches Konzept, dass die Schaffung eines Kulturraums ermöglicht, auch wenn man die demokratisch-gesellschaftlichen Fördermöglichkeiten bei der Konzeptualisierung mit einbindet, so ist es schwer Kulturräume gegen wirtschaftlich getragene Raumkonzepte durchzusetzen. Ich sehe da durchaus große Gefahren für eine lebendige städtische Kultur, die wesentlich zum gesellschaftlichen Bewusstsein des Individuums beiträgt. Derzeit gibt es mit dem Schlachthof-Projekt eine größere Initiative, das durch Enthusiasten und mögl. Fantasten getragen wird. Zudem gibt es Bestrebungen ein Kunsthaus zu gründen. In unterschiedlichen Kreisen gibt es unterschiedliche Pläne, Wünsche, Vorstellungen und Engagement, die allesamt davon künden, dass es eben nicht genug Raum für die kulturelle Entfaltung gibt. Der wichtigste Faktor neben einem guten Konzept ist aber wohl die Ausdauer des Enthusiasmus, mir fällt da die Initiative der Feuerwache ein, die an verschiedenen Umständen gescheitert zu sein scheint. – Ach ja, und den Zufall habe ich auch noch vergessen, als Faktor für die Schaffung eines Kulturraums und der Zeitfaktor. Interimsnutzungen sind im Kulturbereich ja Praxis.

M.O.: Die unabhängige Kunstszene befindet sich also in der gleichen unendlichen Geschichte wie die Literatur. Wobei die Literatur ja vergleichsweise wenig Raum, Geld, Technik und Material benötigt. – Apropos Literatur. Sprechen wir über dein Buch Feldrandzeichen. Ein ungewöhnlich spätes Debüt für heutige Verhältnisse, oder? Wie kam es dazu?

R.S.: Eine Publikation meiner Texte hatte ich bisher gar nicht gezielt angestrebt. Auf die Empfehlung von Romina Nikolic hat sich dann die Literarische Gesellschaft bei mir gemeldet und mich gefragt, ob ich gewillt sei die Jahresgabe auszustatten. Das hat mich sehr gefreut, da die Literatur schon einen großen Stellenwert in meinem Tun hat, wobei das literarische Schreiben bei mir nicht einer tagtäglichen disziplinierten Schreibarbeit unterworfen ist. Dennoch bemerke ich bei mir eine Kontinuität im Schreiben, die sich über Jahrzehnte spannt mit einer längeren Unterbrechung, in der ich eher wissenschaftlich orientiert war. 2012 fertigte ich ein erstes Manuskript älterer und neuerer Gedichte. Die älteren stammten aus den ersten 2000er Jahren. Grund dafür war wohl der Versuch einer kritischen Selbstinventarisierung, Titel des Manuskripts war dann auch „Interieur“, aus dem ich dann auch ein paarmal öffentlich gelesen habe, und das so eine Art Empfehlungsschreiben war. Nach meiner letzten Lesung in Weimar kam der Verleger eines kleines Verlages auf mich zu und fragte, ob ich mehr davon hätte, er würde mich gerne publizieren – so entwickeln sich die Dinge.

M.O.: Das heißt Feldrandzeichen ist ein Kondensat bereits jahrzehntelanger Schreibarbeit?

R.S.: Das trifft es ganz gut, wobei ich die Texte, die ich vor 2012 verfasst habe, nicht in das kleine Konvolut der Feldrandzeichen aufgenommen habe.

M.O.: „Konvolut“ finde ich einen passenden Begriff, da mir angenehm aufgefallen ist, dass du deine Texte nicht auf eine Form festgelegt oder einen geschlossenen Zyklus publiziert hast. Es scheint eher so, als ob sich die Texte ihre Form zwischen Lyrik und Prosa selbst suchen.

R.S.: Polyphonie ist durchaus ein Thema für mich. Da ist neben der existenziellen Erfahrung, die mich zum Schreiben anregt auch ein freiheitlicher-befreiender Moment im Spielerisch-Relativierenden bei der Formfindung. Allerdings handelt es sich nicht um Wortspielereien, sondern die Form wird letztlich durch den Inhalt und die Umstände beim Schreibprozess bestimmt. Ein Text der in einem Zug an der Schreibmaschine entsteht ist allein schon anders beheimatet als ein Text, der sich aus einer handschriftlichen Notiz übertragen auf einen Computer generiert. Zu diesen äußeren, performativen Faktoren zähle ich auch die Gesetzmäßigkeiten der verwendeten Sprache, grammatikalisch, wie auch semantisch, da fällt dann die Form in den Inhalt. Das sind Momente für mich, die nicht sichtbare, oder selten sichtbare Gesetzmäßigkeiten von Sprache und Sinn und Sein offenlegen.

M.O.: Da du „Sinn und Sein“ ansprichst: Es geht in deinen Texten oft um sehr grundlegende Dinge. Beobachten, Verorten, Zeichen lesen und evtl. deuten. Das ganze spielt sich auf recht minimalistischer Ebene ab. Ist dir eine gewisse Klarheit, eine Schnörkellosigkeit besonders wichtig?

R.S.: Das Kürzen und Minimieren habe ich besonders liebgewonnen bei den Literaturkritiktreffen in der Galerie des Kunsthofs. Ich bin ziemlich skeptisch gegenüber den Möglichkeiten von Prosa, die für mein Anliegen zu aufwendig ist, Dinge, Zustände, Sinneinheiten auf den Punkt zu bringen.Ich bin sicherlich kein Sprachökonom oder Aufmerksamkeitsökonom, aber ich versuche konzentriert ein Grundthema innerhalb des Textes zu verfolgen, meinetwegen auch zu deklinieren um die von dir besagte Klarheit herauszuarbeiten, Da gibt es durchaus auch Bezüge zum Begriff der Karthasis, indem die Literatur selbst die Läuterung ist und das Leben die Erschütterung.

M.O.: Wie geht’s mit deinem Schreiben weiter? Ist eine zweite Publikation schon denkbar und welche Kulturprojekte werden dich in naher Zukunft beschäftigen?

R.S.: Derzeit laufen drei größere Projekte an bzw. werden gerade umgesetzt, an denen sowohl der Kunsthof Jena, als auch der Jenaer Kunstverein beteiligt sind. Zum einen ist da der Frommannsche Skulpturengarten in Kooperation mit dem Lehrstuhl für Kunstgeschichte und dem Botanischen Garten Jena, der Holzskulpturen der Künstlerin Ingrid Hartlieb an drei unterschiedlichen Orten Jenas präsentieren wird. In Zusammenarbeit mit dem Theaterhaus Jena startet das Projekt UweUwe von Sebastian Jung, das eine Publikation, eine fünfteilige Webserie und eine szenische Lesung um die Jenaer NSU-Terorristen beinhaltet. Ein ziemlich umfangreiches Projekt. Mein Steckenpferd ist die kleine, aber feine Veranstaltungsreihe note.word.act – eine experimentelle Bühne für Literatur, Musik und Performance, die an verschiedenen Orten Station macht, ich verstehe diese Reihe als Fortführung der Veranstaltungen, die in der Galerie Kunsthof ihren Anfang nahmen. – Mein Schreiben schreitet fort, manchmal landet davon etwas auf Papier oder virtuell in einer Datei, im besten Fall mündet das dann in einer weiteren Publikation, die mir, wie gesagt erst jüngst in Aussicht gestellt wurde, aber das wird realistisch gesehen wohl frühestens erst nächstes Jahr werden.

M.O.: Lieber Robert, hab vielen Dank!

Vorgestellt: Robert Wenzl

Robert Wenzl, geboren 1990 in Pößneck. Nach einer Ausbildung zum Industriemechaniker studiert er seit 2014 Geografie an der Friedrich-Schiller-Universität Jena. Veröffentlichungen u.a. in Nagelprobe 33 und HANT – Magazin für Fotografie. Er ist zudem als Singer/Songwriter und in der Band Lightcap aktiv.

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Robert Wenzel (Foto: privat)

Mario Osterland: Lieber Robert, wir hatten uns im Zuge deiner Teilnahme am Jungen Literaturforum Hessen-Thüringen kennengelernt. Hattest du zuvor schon einmal von unserer Lesereihe gehört?

Robert Wenzl: Hallo Mario. Zuvor hatte ich leider nichts von der Lesereihe gehört – überhaupt hört man von der Thüringer Literatur wenig, wenn man sich nicht in ihrem direkten Dunstkreis bewegt, würde ich sagen. Aber ich habe auch nie aktiv danach geschaut, man hätte euch sicherlich finden können.

M.O.: Das heißt, es gab deinerseits gar keine wirkliche Wahrnehmung einer „Szene“. Wie bist du auf das Literaturforum aufmerksam geworden bzw. wie kam es, dass du dich dort beworben hast?

R.W.: Es gab keinen direkten Weg. Ich hatte seit zwei Jahren angefangen längere Texte und Gedichte zu schreiben, zuvor hatte ich nur für Songs getextet. Doch dann habe ich in der Uni ein Seminar für Kreatives Schreiben bei Dirk von Petersdorff besucht. So ging es dann los, dass ich regelmäßig und ausführlicher geschrieben habe. Auf das Literaturforum bin ich dann durch Internetrecherche aufmerksam geworden, weil ich Plattformen gesucht habe Leuten das Geschriebene zu zeigen.

M.O.: Der Weg führte also über die Uni. Das ist interessant, da du ja bisher einen eher „bodenständigen“ Weg gegangen bist. Ausbildung zum Industriemechaniker und jetzt ein Studium der Geographie. Das ist heutzutage schon was Bemerkenswertes, wenn man als Autor nicht den rein künstlerisch-geisteswissenschaftlichen Weg geht.

R.W.: Nun, ich denke, dass es mir – obwohl es ein bisschen pathetisch klingt – immer um Ausdruck ging. Andere Formen haben für mich immer neue Ausdrucksmöglichkeiten mitgebracht, daher dann auch die Motivation, es mit dem Schreiben zu probieren. Dass das nicht über eine künstlerisch-geisteswissenschaftliche Schiene geschah, kommt auch daher, dass mich andere Themen immer interessiert haben und ich sie als Einfluss genommen habe. Das heißt außerdem auch nicht, dass ich mich dann nicht mit Literaturwissenschaft beschäftigt habe. Habe ich natürlich auch, nur eben nicht professionell. Vielleicht kommt man da in der heutigen Literatur nicht daran vorbei.

M.O.: Aber das ist ja nun eigentlich das Bemerkenswerte, dass neben der kreativen Arbeit ein echtes – mit deinen Worten professionelles – Interesse an anderen Bereichen vorhanden ist. Dass sich da verschiedene Aufmerksamkeiten die Waage halten. So ja auch innerhalb der Künste, in denen du dich bewegst, oder? Es ist ja schon angeklungen, dass du neben der Literatur auch als Musiker tätig bist. Oder vor allem? Gibt es da eine Gewichtung?

R.W.: So eine richtige Gewichtung gibt es nicht, phasenweise schreibe ich mehr Texte, dann wieder viele Lieder. Im Moment steht die Musik im Vordergrund, da ich wieder eine EP aufnehmen will. Doch ein paar Schreibideen warten auch schon. Für mich macht es einfach sehr viel Sinn, mehrere Sachen gleichzeitig zu machen, mich gleichzeitig für mehrere Dinge zu interessieren. Ich bin dabei sehr flatterhaft, es gibt einfach zu viele spannende Themen! Aber oft kann man Ideen aus anderen Bereichen importieren, das ist dann das eigentlich Spannende

M.O.: Diese Offenheit finde ich klasse. Zuletzt wurde ja vor allem im Zuge der Nobelpreisvergabe über die Trennlinien und Zusammenhänge von Songwriting und Literatur viel diskutiert und gestritten. Als Songwriter und Autor hat dich die Auszeichnung für Bob Dylan sicher sehr gefreut.

R.W.: Ja, unbedingt. Ein Literaturbegriff, der nur das als Literatur ansieht, was zwischen dicken Einbänden gedruckt wird, ist doch überholt. Ich hatte kurz zuvor viel über Dylans Werk gelesen (Dank Heinrich Detering) und mir seine Autobiographie besorgt. Seine Lieder haben nun einmal auch einen hohen literarischen Wert. Vielleicht wurde viel diskutiert, da man Dylan seit 50 Jahren als Protest-Singer wahrnimmt. Aber damit wird man ihm sicherlich nicht gerecht.

M.O.: Dennoch würde mich interessieren, ob du sagen kannst diese oder jene Themen funktionieren besser in der Literatur als in der Musik oder umgekehrt. Mir erscheint es zum Beispiel oft so, dass im Song mehr Gefühl möglich ist als in der Literatur.

R.W.: Da stimme ich dir zu. In Songs lassen sich durch Melodie, Rhythmus (den es natürlich auch in Literatur gibt) und die Performance andere Qualitäten herstellen. Musik ist auch für mich emotionaler geladen als Literatur, vielleicht auch, weil der Zugang meistens über einen anderen Sinn geschieht. Einen Essay in einen guten Song zu packen, ist andererseits kaum möglich. Vielleicht sollte man als Künstler deswegen auch mit verschiedenen Formen experimentieren, da sie jeweils anderes besser ausdrücken können. Allein in der Literatur kann man sich ja an etlichen Formen austoben.

M.O.: Darum freut es mich auch, dass wir dich nach deiner Lesung bei der Summer Edition im Juli noch als Musiker bei der kleinen XMAS-Edition im Dezember werden hören können.

R.W.: Ich freu mich auch schon drauf. Ich werde auch die neuen Lieder mitbringen!

M.O.: Cool. Dann bis dann und vielen Dank für das Gespräch.

Ein Freundschaftsbuch – Paulus Böhmer zum 80.

Am 20. September feierte der Schriftsteller Paulus Böhmer seinen 80. Geburtstag. zu diesem Anlass erschien eine bemerkenswerte Anthologie, die die Herausgeber Jan Volker Röhnert und Romina Nikolić, Mitbegründerin von In guter Nachbarschaft, als Freundschaftsbuch verstanden wissen wollen. Unter den versammelten Autoren, „Freunde fürs Leben, Freunde fürs Schreiben, wie sie kein Facebook-Algorithmus generieren könnte“, befinden sich auch einige Thüringer bzw. mit Thüringen eng verbundene Autoren. Die ehemalige Jenaer Stadtschreiberin Kinga Tóth, ebenso wie ihr noch amtierender Nachfolger Tom Schulz, Ron Winkler, Nancy Hünger, sowie mit Moritz Gause und Peter Neumann ein ehemaliger und ein gegenwärtiger Veranstalter unserer Lesereihe.

Zusammen mit zahlreichen anderen Autoren gratulieren sie Böhmer in Text, Bild und Collage, mit Bezug auf sein Werk und persönliche Begegnungen. Die meisten der Beiträge gehen dabei weit über eine bloße Hommage hinaus, was diesen Band nicht nur zur Würdigung eines einzigartigen Dichters macht, sondern auch den Ideenreichtum und die Formenvielfalt der deutschsprachigen Gegenwartsliteratur abbildet.

Am 5.12. um 15 Uhr ist Romina Nikolić zu Gast in der Sendung Blaubart & Ginster – Eine Stunde Literatur im OKJ. Dort wird sie u.a. über die Herausgeberschaft des Buches, über Paulus Böhmer und ihre eigene literarische Arbeit sprechen. [Die Sendung wird später auch als Podcast abrufbar sein.]

DEM MEISTER DES LANGEN ATEMS. Paulus Böhmer zu Ehren. Herausgegeben von Jan Volker Röhnert und Romina Nikolić. Edition Faust: Frankfurt/Main, 2016. ISBN: 978-3-945400-36-4.

Vorgestellt: Mirandolina Babunashvili

Mirandolina Babunashvili, geb. 1996 in Kaiserslautern. Sie wuchs in Darmstadt auf und studiert seit 2015 Internationale Beziehungen und Sozialwissenschaften an der Universität Erfurt. Sie ist Teil des jungen Autorenkollektivs sexyunderground in Frankfurt/Main.

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Mario Osterland: Liebe Mira, du hast im Dezember 2015 bei uns am offenen Mikrofon gelesen. Wie bist du damals auf In guter Nachbarschaft aufmerksam geworden?

Mirandolina Babunashvili: Ich habe im Dezember 2015 auch bei einer Lesung an der Universität Erfurt teilgenommen (Poetry & Prosa), da hat mich der Autor Stefan Petermann angesprochen und mich auf In guter Nachbarschaft aufmerksam gemacht. Daraufhin habe ich Peter kontaktiert.

M.O.: Die Mundpropaganda zwischen den Thüringer Städten funktioniert also. Du bist ja erst seit 2015 in Erfurt. Hast du dich sozusagen gleich auf die Suche nach einer „jungen“ Literaturszene gemacht?

M.B.: Genau. Zunächst hatte ich ein wenig Bedenken, als ich für mein Studium nach Thüringen gezogen bin, ob es hier genügend Möglichkeiten gibt literarisch aktiv zu sein, wie im Rhein-Main-Gebiet zum Beispiel. Aber ich habe zum Glück sehr bald junge Menschen kennengelernt, die in der Thüringer Literaturszene aktiv sind.

M.O.: Da gibt es sicher einige Unterschiede.

M.B.: Sicher ist im Rhein-Main-Gebiet „mehr los“, um das einfach zu formulieren. Aber das liegt natürlich daran, dass die Kultur- und Literaturszene der Stadt Frankfurt am Main eine lange Tradition hat, dementsprechend finden nicht nur mehr Events statt, sondern auch die Förderangebote für junge Schreibende sind zahlreicher. Da gibt es im Osten Aufholbedarf. Aber trotzdem gibt es auch hier viele junge Kreative die sich in ihrer Freizeit engagieren und sich darum bemühen die Thüringer Literaturszene aufleben zu lassen.

M.O.: Förderangebote für junge Schreibende ist ein Stichwort. Du bist Teil des jungen Autorenkollektivs sexyunderground aus Frankfurt/Main. Was hat es damit auf sich?

M.B.: Das ist die junge Abteilung des Frankfurter Literaturhauses. Mitglieder des Autorenkollektivs sind die ehemaligen Teilnehmer des Workshops namens Schreibzimmer, der auch am Literaturhaus stattfindet. Die Idee war einen Raum herzustellen, in dem die jungen Schreibenden miteinander in Kontakt bleiben und gemeinsam an ihren Texten arbeiten können. Einmal im Jahr stellen wir unsere Ergebnisse dann bei einer Lesung im Literaturhaus vor. Hauptsächlich geht es bei unseren Treffen, die einmal im Monat stattfinden, um Textbesprechung bzw. Textkritik, aber ab und zu erhalten wir auch Besuch von Menschen aus dem Literaturbetrieb (Autoren, Lektoren etc.) die ihre Erfahrungen und ihr Wissen mit uns teilen.

M.O.: Da kommt es dir sicher gelegen, dass die Textwerkstatt Poesie & Praxis in Jena gerade wiederbelebt wurde, an der du ja auch teilnimmst.

M.B.: Auf jeden Fall. Ich schätze Schreibwerkstätten sehr. Mit 17 Jahren habe ich zum ersten Mal an einer Werkstatt teilgenommen und das hat mein Schreiben komplett verändert. Wenn ich meine Texte vor und nach der Schreibwerkstatt vergleiche, staune ich selbst wie sehr ich mich verändert habe. Ich denke das wird auch den Teilnehmern von Poesie & Praxis so ergehen, vor allem denjenigen die zum erstenmal an einer Textwerkstatt teilnehmen. Aber ich freue mich auch darauf Neues zu lernen und meinen „literarischen Blick“ zu schärfen. Denn bei Textwerkstätten geht es ja meistens vordergründig um das „Handwerkliche“, also quasi „Do’s & Don’ts“ beim Schreiben, die es trotz aller Freiheit, die die Kunst einem bietet, gibt. Da ist es auch interessant zu sehen, welche Tipps die Leiter der Textwerkstätten den Teilnehmern an die Hand geben, da es auch in diesem Bereich unterschiedliche Auffassungen geben kann. Aber ich möchte sagen, dass ich auch an Poesie & Praxis teilnehme, weil es mir großen Spaß macht über Literatur zu sprechen und ich neugierig bin, was denn die anderen jungen Autoren schreiben. Auch das ist eine Möglichkeit sich inspirieren zu lassen.

M.O.: Ich habe dich jetzt als Prosaautorin kennengelernt. Was reizt dich am Erzählen?

M.B.: Ich muss ehrlich zugeben, dass ich nie lange darüber nachgedacht habe, welche Form des Ausdrucks ich wählen soll. Es ist mehr eine intuitive Entscheidung. Ich schreibe, wenn ich etwas bestimmtes zu sagen habe und die Form die in der Vergangenheit am Besten dazu gepasst hat war Prosa. Wenn ich einmal das Gefühl haben sollte, dass ich mich in einem Gedicht besser ausdrücken kann, dann werde ich das tun. Dazu kommt auch, dass ich am liebsten Prosa lese.

M.O.: Welche Prosa hat dich zuletzt beeindruckt?

M.B.: Eine sehr schwierige Frage, weil mich vieles auf seine Art und Weise beeindruckt. Aber um ein paar Beispiele zu nennen: Ich habe Eugénie Grandet von Honoré de Balzac gelesen, da hat mich natürlich Balzacs Art zu erzählen beeindruckt, er hat einen unverwechselbaren eigenen Ton, wie auch die unglaublich plastische Ausgestaltung der Figuren. Zudem beeindruckt mich Dostojewski immer wieder. Zuletzt habe ich die Brüder Karamasow von ihm gelesen. Was mich an ihm beeindruckt sind nicht nur seine psychoanalytischen Fähigkeiten, sondern auch die ausschweifende, ich würde fast sagen „russische“ Art zu erzählen. Er schafft es passagenweise nur zu beschreiben, ohne das man sich langweilt. Mein deutscher Lieblingsautor ist Erich Maria Remarque. Was mich an ihm beeindruckt ist, dass er es schafft gefühlvoll zu sein, zu berühren, aber gleichzeitig sehr kühl und schlicht zu sein.

M.O.: Mit der „russischen Art“ des Erzählens geht der Blick nach Osten. Ein Teil deiner Familie stammt aus Georgien. Verfolgst du die georgische Literatur? Kannst du vielleicht sogar jemanden empfehlen, den es in Deutschland noch zu entdecken gilt?

M.B.: Richtig, ich bin halb Georgierin und lese auch sehr gerne auf georgisch. Ich kann die georgische Literatur sehr empfehlen, da sie sich unterscheidet von der westlich-europäischen, russischen aber auch orientalischen Literatur, aufgrund der Eigenheiten der Kultur und Sprache die sich keiner dieser Regionen zuordnen lassen. Da gibt es also etwas Neues zu entdecken. Georgisch sprechen leider nicht sehr viele Menschen, sodass ein Großteil der Literatur noch nicht übersetzt wurde, aber daran wird gerade gearbeitet. Vor allem die Übersetzungen ins Deutsche haben zugenommen und 2018 ist Georgien Gastland auf der Frankfurter Buchmesse, sodass spätestens da deutsche Leser die Möglichkeit haben werden mit der georgischen Literatur in Berührung zukommen.
Was die Empfehlung angeht, da muss ich zunächst Schota Rustaweli erwähnen, er ist sozusagen der Nationaldichter Georgiens und hat Der Recke im Tigerfell verfasst, ein Epos das jeder Georgier zumindest passagenweise auswendig kennt und dessen Stellung in der georgischen Literatur in etwa mit der von Goethes Faust in der deutschen zu vergleichen wäre. Von den Schriftstellern der Gegenwart kann ich Lascha Bugadze empfehlen, sein Buch Der Literaturexpress ist kürzlich auf Deutsch erschienen, aber auch Esma Oniani oder Anastasia Kordsaia-Samadashvili.

M.O.: Klingt so, als könne man sich auf die Buchmesse 2018 freuen. Bist du selbst daran interessiert georgische Literatur ins Deutsche zu übersetzen?

M.B.: Um ehrlich zu sein, kann ich mir selbst nicht vorstellen als Literaturübersetzerin tätig zu sein, da ich mich dieser höchst anspruchsvollen Aufgabe zumindest im Moment noch nicht gewachsen fühle. Was ich mir aber sehr wohl vorstellen kann ist Themen und Eigenheiten der georgischen und deutschen Literatur beim Schreiben miteinander zu vereinen, um sie so Lesern in Deutschland etwas näher zu bringen.

M.O.: Das passt ja auch gut mit deiner Studienwahl zusammen.

M.B.: Ja, in der Tat. Auch wenn Literatur da weniger eine Rolle spielt.

M.O.: Dann lass uns vorerst hier enden. Vielen Dank!

Kinga Tóth: Wir bauen eine Stadt — parasitenpresse

Das neue Buch von Kinga Tóth ist da! Wir freuen uns mit ihr und der parasitenpresse. 🙂

Die Gedichte von Kinga Tóth sind Texte, in denen Sprache die wahre Bauherrin ist. Sprache, die ihre Bausteine überall aufsammelt und zu einem geschlechtslosen Mensch-Maschine-Artefakt zusammenbaut. Menschen werden darin roh zu Maschinen verformt. Werkzeuge, Instrumente werden körperlich, menschlich, ändern ihr grammatikalisches Geschlecht. Maschinensprache, Sprache aus technischen Übersetzungen und Bedienungsanleitungen oder Forschungsliteratur fließt ein, dominiert. Die […]

über Kinga Tóth: Wir bauen eine Stadt — parasitenpresse

Vorgestellt: Gorch Maltzen

Gorch Maltzen, geb. 1987 in Heide (Holstein). Er studierte in Erfurt und Weimar und ist wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Bauforschung (IAB). Er lebt in Weimar. Blog: Gorch Maltzen.

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Gorch Maltzen (Foto: Nija-Maria Linke)

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Mario Osterland: Lieber Gorch, wie bist du eigentlich auf In guter Nachbarschaft aufmerksam geworden?

Gorch Maltzen: Robert Wenzl (Autor bei der SUMMER EDITION – Anm. M.O.) und ich sind ja miteinader befreundet. Er hatte mir das Texttreffen mit Peter Neumann und dir empfohlen. So hab ich von der Lesereihe sozusagen aus erster Hand erfahren.

M.O.: Aber Robert und du, ihr kennt euch von der Musik her.

G.M.: Sagen wir es mal so: wir sind Freunde, die darüber geredet haben, Musik zusammen zu machen. Er ist ja schon ein richtiger Songwriter. Ich spiele E-Gitarre.

M.O.: Wie sieht das derzeit bei dir aus? Halten sich Literatur und Musik die Waage?

G.M.: Im Moment ist es mehr Literatur. Ich habe allerdings erst mit Musik angefangen. Ich spiele seit ich 11 bin Gitarre. Ich hätte das fast studiert. Ich hatte aber immer Schwierigkeiten mit dem vom Blatt spielen. Mich hat eher der Prozess interessiert eigene Lieder zu machen. Das selbst kreativ sein, das etwas eigenes machen, nach eigenen Regeln, sich nach eigenen Interessen ausrichten und gegebenenfalls autodidaktisch etwas anzueignen. Es ging dann in Richtung Komposition, aber ich habe nie Musik studiert. Ich habe auch Literatur nie studiert. Ich habe eine Abneigung dagegen, dass mir gesagt wird, was ich tun soll, was ich hören oder lesen soll, was relevant ist. Das Konzept des Kanons ist mir suspekt.

M.O.: Also hast du dich bewusst gegen ein künstlerisch/geisteswissenschaftliches Studium entschieden?

G.M.: Ich denke, da spielen viele Faktoren rein. Persönliche Reife, Jobaussichten, freie Studienplätze, Eignungsprüfungen. Ich weiß, dass ich mich gerne gegen Lehrer und Autoritätspersonen gestellt habe. Ich habe mich immer für Künstlerisches interessiert und vielleicht war es eher die Sorge, dass mir das jemand kaputt macht, zerredet oder stört. Mir ist die Eigenständigkeit als Autor sehr wichtig, die Freiheit, vielleicht auch die Macht. Ich habe Bauingenieurwesen studiert und es ist ein sinnvoller Job. Es gibt schon ein paar interessante Persönlichkeiten, die Bauingenieurwesen studiert haben: Dostojewski oder L. Ron Hubbard. Ich denke, dass beim Schreiben nicht das Studium entscheidet. Es zählt nur, was man zu Papier bringt.

M.O.: Du hast bisher ausschließlich Prosa veröffentlicht. Wie würdest du dein eigenes Schreiben beschreiben? Was interessiert dich an der Literatur?

G.M.: In Literatur kann etwas sehr Kluges neben etwas sehr Emotionalem stehen und beides hat seine Berechtigung darin. Wenn ich etwas lese, dass mich umhaut, dann ist es meistens entweder etwas, über das ich noch nie nachgedacht habe, das sich völlig meiner eigenen Wahrnehmung, meinem eigenen Leben entzieht oder etwas, dass ich immer schon geahnt habe über mein eigenes Leben, etwas für das mir jemand ein brandneues Vokabular gibt. Meine eigenen Sachen entstehen daraus, dass ich Interessen folge, mich ein bestimmtes Thema aufwühlt. Ich mag Dinge, über die es schwer ist zu reden. Die sind es meistens besonders Wert, dass versucht wird über sie zu reden. Ich denke in der Struktur weisen meine Kurzgeschichten bisher häufig ein Thema auf, dass reflektiert wird auf einer eher Intellektuellen Ebene und einen emotionalen Kern, zum Beispiel den Konflikt eines Charakters. Ich fühle mich wohler in der ersten Person zu schreiben

M.O.: Also würdest du sagen, deine Texte entstehen in erster Linie von den Figuren her?

G.M.: Ich brauche immer unglaublich lange für die erste Seite einer Geschichte. Manchmal ein paar Wochen. Auf der ersten Seite ist dann fast alles schon angelegt für die Geschichte und braucht dann nur noch erfüllt zu werden. Es fängt bei mir aber immer mit dem Kern an, also einem Konflikt oder emotionalen Problem eines Charakters.

In dem Konflikt ist das Thema schon enthalten. Und dann diskutier ich das Thema mit zig Leuten durch und versuche so viele Perspektiven wie möglich zu bekommen. Ich finde so meistens überhaupt erst heraus, wie mein eigener Standpunkt ist. Ein bisschen wie bei Susan Sontag: „Ich schreibe, um herauszufinden, was ich denke.“

M.O.: Du hast in den letzten Jahren einige Texte im hEFt veröffentlicht, mehrfach in Erfurt gelesen und auch den Jurypreis beim Eobanus-Hessus-Schreibwettbewerb 2015 gewonnen. Wie nimmst du die literarische Szene Thüringens wahr?

G.M.: Ich würde mich zur freien Kulturszene in Thüringen zählen. Die Erfahrungen, die ich als Kreativer in Erfurt gemacht habe waren vor allem vom Kampf ums Überleben geprägt. Ständig fehlt das Geld, ständig wird alles zusammen gekürzt. Das hEFt hat eine so starke und wichtige Funktion in Thüringen. Jeder junge Mensch, der sich berufen fühlt zu schreiben, kann etwas beim hEFt einreichen und mit ein bisschen Glück drucken die das dann und fremde Leute können das lesen. Als erste Erfahrung eine eigene Geschichte ganz selbstständig zur Veröffentlichung zu bringen ist das hEFt der perfekte Ort. Dazu kommt noch die politische Bedeutung als Medium der freien Kulturszene. Ich finde eine Zeitschrift, die sich über Jahre etabliert hat, sollte als Institution erkannt und entsprechend gefördert werden.

M.O.: Dem schließ ich mich natürlich an! Und es scheint ja wirklich passend zu sein, dass wir dich bei der nächsten Nachbarschaft ausgerechnet in Erfurt am offenen Mikrofon begrüßen können.

G.M.: Ja, ich freu mich sehr darauf!

M.O.: Wir freuen uns auf dich und In guter Nachbarschaft #11 in Erfurt. Vielen Dank für das Gespräch!