Rückschau: IN GUTER NACHBARSCHAFT #21

Für die 21. Ausgabe von IN GUTER NACHBARSCHAFT kehrten wir am 17. Mai in die ACC Galerie nach Weimar zurück. Die Leipziger Autorin Deniz Ohde stellte im Gespräch mit Moderator Gorch Maltzen ihr Romanprojekt „Silberfarm“ vor und las anschließend aus dem noch unveröffentlichten Manuskript.

Zuvor las die Weimarerin Sina Stolp aus ihrer Sammlung von Prosaminiaturen. Kathleen Kröger teilte mit Text und Bildprojektionen ihre Beobachtungen aus der Erfurter Graffiti-Landschaft.

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Gerahmt und begleitet wurde der Abend mit den Songs und Musikperformances des Weimarer Medienkünstlers Tommy Neuwirth, der mit vollem Körpereinsatz und spektakulärer Lichtshow für bleibenden Eindruck sorgte.

Wir bedanken uns bei allen beteiligten Künstler*innen, Förder*innen und Freund*innen, die den Abend ermöglicht haben! (Alle Fotos: Anne Osterland)

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„Also eigentlich will ich David Bowie oder Madonna sein. Aber das scheitert an mir. Und das Scheitern zeige ich dann.“

Am Freitag, den 17. Mai kehrt unsere Lesereihe nach Weimar zurück. In der ACC Galerie lesen Deniz Ohde, Sina Stolp und Kathleen Kröger aus ihren Texten. Wie immer wird die Veranstaltung von ausgesuchter Musik begleitet und gerahmt. Diesmal haben wir den Weimarer Musiker, Performance- und Medienkünstler Tommy Neuwirth dabei, den wir hier im Kurzinterview vorstellen. http://tommyneuwirth.de/

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Tommy Neuwirth (Foto: Duygu Atçeken)

Lieber Tommy, du arbeitest an den Schnittstellen von Medienkunst, Performance und Musik. Wie greifen diese Bereiche innerhalb deiner Arbeit zusammen?

Ich komme von der Musik. Das ist sozusagen das Element, das mich antreibt. Das Performative hat sich eher so mit der Zeit eingeschlichen. Wenn es darum geht seine Musik auf einer Bühne zu präsentieren, dann kommt man im besten Fall dahin sich zu fragen, was das heißt auf einer Bühne zu stehen. Und wenn man dann ein paar Mal auf eine Bühne gestanden hat, hat das wiederum Einfluss auf die zukünftige Musik. Viele Lieder lassen sich fast gar nicht mehr von der Performance trennen, was es wieder schwerer macht die Lieder allein auf einen Tonträger zu übertragen. Ja, und ich lasse mich auch gern von Sachen – anderer Musiker z.B. – die ich sehr mag beeinflussen bzw. tatsächlich auch ermutigen.

Du bist für unsere Veranstaltung mit deinem bürgerlichen Namen angekündigt, tritts aber auch unter dem Namen „Das weltweite Netzwerk für ein bedingungsloses Grundeinkommen“ auf. Kannst du einen kurzen Überblick über deine verschiedenen Projekte und Auftrittsweisen geben?

Das fliest ja alles ineinander über. Auftreten tue ich seit 2007. Damals noch zu zweit unter dem Namen THE!. Das war experimentelle elektronische Tanzmusik mit viel Pop-Appeal. Im Studium an der Bauhaus-Uni hatte es sich allhalbjährlich so ergeben, dass wir – ein loser und wechselnder Haufen an Musikbegeisterten – im Rahmen der Bauhaus FM 48 Stunden Sendung längere bis stundenlange Musikimprovisationen veranstaltet haben. Irgendwann saß ich dann nachts allein im Radiostudio und habe 4 Stunden Musik improvisiert. Das hieß dann irgendwann »The Art of Boredom«. Ja, und Langeweile lässt sich heutzutage eigentlich nur mit einem Grundeinkommen realisieren.
Schließlich trete ich seit 2013 unter den Namen »DwNfebG« auf – im Blaumann auf einem Bierkasten stehend, mit Songs, keine Improvisationen. Ich bin nämlich ein Pop-Musiker. Also eigentlich will ich David Bowie oder Madonna sein. Aber das scheitert an mir. Und das Scheitern zeige ich dann. So in etwa.

Tja, und was der Unterschied zwischen Tommy Neuwirth und »DwNfebG« ist? – Vielen Veranstaltern ist der Name zu kryptisch. Oder manchmal ist er einfach viel zu lang für einen Flyer. Haha. Und ich bin dann einfach zu freundlich und sage: Ja dann nehmt halt Tommy Neuwirth.

Das Format im Jenaer Kunsthof war ein Versuch Improvisation zu wagen. Ich werde das jetzt wahrscheinlich auch mehr in meine Konzerte einbauen. Und ich fand das wortlose Improvisieren passender für eine Lesung. Meine vorbereiteten Songs und ihr performativer Charakter sind teilweise zu knallig oder zu plakativ.

Das „weltweite Netzwerk für ein bedingungsloses Grundeinkommen“ ist für dich sicher mehr als nur ein Name, sondern auch ein tatsächliches Anliegen, oder?

Michael Bohmeyer von »Mein Grundeinkommen« sah mich im Dezember auf dem CCC in Leipzig und schrieb mich kurz danach an, ob ich nicht Lust habe, mal im Rahmen von »Mein Grundeinkommen« aufzutreten. Das fand ich sehr lustig. Ich bewundere den Aktionismus (weis gerade nicht, ob das das richtige Wort ist) von solchen Projekten – von utopischen oder politischen Projekten im Allgemeinen. Aber ich habe mir den Namen eher einfach so angeeignet, einfach weil es möglich ist. Das ist, glaube ich, noch so ein Rest postmoderner Quatsch, aber es kommt auch der Art, wie ich Musik mache sehr nah – also viel Sampling, Bezüge und Preset-Klänge. Nichtsdestotrotz finde ich ein Grundeinkommen eine utopische (im positiven Sinne) und streitbare (im positiven Sinne) Idee.

Bei deinen Musikperformances im Jenaer Kunstverein im März konnte man schnell den Eindruck bekommen, dass DADA-Elemente eine Rolle in deiner Kunst spielen. Ist der Eindruck völlig falsch? Welche Einflüsse prägten oder prägen dich bei der Erarbeitung deiner Stücke?

Ich hatte am 3. Mai einen Auftritt im Retronom in Erfurt zur tollen Ausstellung von Christoph Blankenhain. Danach saß ich mit zwei Bekannten zusammen und es stand die Frage im Raum, ob es Helge Schneider Einflüsse gibt, oder nicht und ob man sich dem Einfluss von Helge Schneider überhaupt verwehren kann und wenn ja ob das überhaupt schlimm ist, weil dieser tolle Künstler einfach, was das Clowneske angeht so viele Sachen vorgelegt hat.

Ich glaube, ich nutze die Bühne, um für mich die Möglichkeit des Scheiterns zu üben, weil mir das im Alltag sehr schwer fällt. Und Scheitern auf der Bühne hat dann sowas Clownhaftes und das kann man ja auch verstärken und übertreiben. Dann kann es schon sehr DADA werden. Es ist aber eher so, dass mich Sachen – wie oben schon mal angedeutet – die ich sehr mag, zu Handlungen ermutigen. Zum Beispiel zu sagen, dass ich mich auf einen Bierkasten stelle und wie ein Alleinunterhalter meine Lieder singe, dass ist der Einfluss von John Maus – ein amerikanischer Popmusiker, der bei Auftritten über die Vollplaypack!!!-Versionen seiner Songs einfach nochmal drüber singt und teilweise schreit. Aber es ist so, dass er mir gezeigt hat, dass man auch ohne Instrument seine Lieder performen kann, dass da ganz viel über den Körper geht. Also ich brauche hin und wieder kleine oder große Anstupser und ich suche dann mit diesen Anstupsern oder unabhängig davon meinen eigenen Ausdruck.

Du stehst ja auch öfter im Zusammenhang mit Literaturveranstaltungen auf der Bühne. Wie ist denn dein Verhältnis zur Literatur, gerade auch in Wechselwirkung mit deiner Kunst? Welche Rolle spielt bspw. Text für dich?

Tolle Frage! Ich tue mich schwer mit Text. Ich möchte hier, glaube ich, gar nicht ausführen, warum das so ist. Das hat auf jeden Fall viel mit Vorsicht zu tun. Viele meiner Texte sind ja oft nur ein Satz, den ich dann wiederhole. Oder wo im Laufe des Song nur ein weiteres Wort hinzukommt, damit die Aussage kippt oder eine Wendung entsteht (»Halte mich, halte mich, … halte mich aus«). Wo ich herkomme, wurde nicht bis sehr wenig gelesen. Und heute lese ich auch eher z.B. soziologische Texte. Und die dann aber auch eher in der naiven Hoffnung, dass sie mir Lebensratgeber sind. Hahahaha. Literatur und Poesie kommen mir aber immer näher und näher. Es ist ja auch so, dass ich hin und wieder kleinere Sachen schreibe. Durch mein Studium ist sogar das kleine Büchlein »Everything Is Alright« entstanden.

Was für Texte sind darin erschienen?

Das Buch versammelt Beobachtungen, die ich in einem herstellenden Betrieb, in dem hohe Reinheitsvorschriften herrschen, sammeln konnte. Da geht es viele um Langeweile und Absurdität. Letzteres habe ich dann in den Texten manchmal noch sehr überspitzt. Die Texte oszillieren zwischen beobachtend, phantastisch und poetisch.

Das werde ich auf jeden Fall lesen. Vielen Dank für deine Antworten!

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IN GUTER NACHBARSCHAFT #21

Lesung, Gespräch, Musik mit Deniz Ohde, Sina Stolp, Kathleen Kröger und Tommy Neuwirth

17. Mai 2019 – 19:30 Uhr

ACC Galerie Weimar (Burgplatz 1-2, 99423 Weimar)

Eintritt: 5,-€ / ermäßigt 3,-€ (nur Abendkasse)

„Auch Zeitungsbeiträge können Spannungskurven haben, einen Handlungsrahmen und eine Pointe.“

Am 17. Mai findet die 21. Ausgabe von IN GUTER NACHBARSCHAFT in Weimar statt. Neben Deniz Ohde und Sina Stolp wird dann auch Kathleen Kröger aus ihren Texten vorlesen. Wir stellen die Erfurter Autorin und Zeitungsredakteurin in einem Kurzinterview vor.

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Kathleen Kröger (Foto: Sippel)

Liebe Kathleen, du bist Redakteurin für das Magazin hEFt für literatur, stadt und alltag in Erfurt. Wie würdest du die Arbeit in eurem Magazin beschreiben?

Wir arbeiten als Redaktion immer im Team und treffen die Entscheidungen rund um die Inhalte des hEFts in der Gemeinschaft. Das Schöne daran ist, dass jeder seine Themengebiete einbringen kann, und wir darauf hin arbeiten, dass auch in der bunten Mischung von Kulturpolitik, Gesellschaft und auch Sport eine gewisse Linie fortgesetzt wird, in der es um Soziokultur geht. Dabei schneiden wir politisch-relevante Themen an, die vor allem Erfurt und die hiesige Kulturpolitik Thüringens betreffen. Aber auch satirische Elemente finden sich immer wieder. Die Mischung macht’s. Hinzu kommt die Arbeit am Literaturteil, der uns auch von anderen Magazinen unterscheidet. Hier redigieren wir die Texte, wählen aus, was oft nicht sehr leicht ist.

Neben deinen Texten für das hEFt, schreibst du für die Thüringer Allgemeine und die Mitteldeutsche Zeitung. Wie findest du deine Themen?

Die Themen für die Texte greife ich immer aus meinem Alltag, indem ich mich über mein eigenes Scheitern lustig mache. Sei es, dass bei mir keine Grünpflanze überlebt, ich Aggressionen habe, wenn mir die Jacke dauernd vom Garderobenhaken fällt oder dass mich Feiertage komplett aus meinem Wochenrhythmus werfen. Die Themen für die Artikel begegnen mir in letzter Zeit tatsächlich eher zufällig. Als freie Mitarbeiterin bin ich ja weniger im Tagesgeschäft der Zeitung involviert, sondern stoße eher spontan auf Menschen, die Außergewöhnliches tun oder Kunstausstellungen, die bisher (vielleicht zu wenig) Aufmerksamkeit bekommen haben. Da sind auch die Kontakte zu den Kommilitonen sehr wichtig, die in den jeweiligen Szenen sehr gut vernetzt sind.

Siehst du dein Schreiben eher als journalistisch oder literarisch an?

Das ist eine schwierige Frage. Im Nachrichtengeschehen muss der Stil natürlich zwingend neutral sein. In anderen Beiträgen ist da schon mehr Spielraum. Da würde ich den Begriff „journalistisch“ nicht losgelöst vom Literarischen sehen. Auch Zeitungsbeiträge, die ja im Grunde genommen, Gebrauchstexte sind, können Spannungskurven haben, einen Handlungsrahmen und eine Pointe. Nur wie stark diese Seite herausgekehrt wird, ist entscheidend. Nicht umsonst gibt es die Gattung „literarischer Journalismus“, auch wenn diese scheinbar seltener öffentlich präsentiert wird.

Würdest du deine Texte als Essays bezeichnen?

Die Texte für das hEFt haben auf jeden Fall essayistische Züge. Hier kommt es für mich ganz individuell darauf an, ein Thema von verschiedenen Seiten zu beleuchten, etwas zur Diskussion zu stellen, ein oder verschiedene Meinungsbilder thesenartig abzugeben.

Hast du journalistische oder literarische Vorbilder oder solche die zwischen diesen Bereichen schreiben?

Das Wort Vorbild finde ich etwas hochgegriffen, aber ich schätze die Texte von Egon Erwin Kisch und Jan Neruda. Nicht nur wegen ihres Stils und ihrer Unterhaltsamkeit, sondern auch für den Spiegel der Zeit, den sie abgeben. In Literatur hänge ich dann eher an Horst Evers oder Wilhelm Genazino, die ihre Alltagsminiaturen so amüsant machen, dass ich beim Lesen zuerst laut loslache (auch mitten in der Straßenbahn) und mir danach sage, dass alles, was ich selbst schreiben würde, niemals diese Qualität erreichen wird. Also würde ich bei beiden letzteren schon eher von Vorbildern sprechen.

Alltagsminiaturen wäre ein sehr guter Begriff um deine Texte zu beschreiben. Könntest du einen kurzen Einblick gewähren in die zukünftigen Veranstaltungen des Kulturhauses Dacheröden für das du in der Pressearbeit tätig bist?

Da wird sich in den nächsten Wochen noch Einiges tun. Die Frühlingslese bringt verschiedene Lesungen mit sich. In dieser Woche startet die Veranstaltungsreihe „Film im Salon“, in der Literaturverfilmungen gezeigt werden, ganz aktuell hat Rudolf Escher eine Ausstellung seiner Druckgraphiken bei uns im Haus und Ende Mai freuen wir uns auf den Autoren Anselm Oelze. Veranstaltungen wie die Frechen Fragen an Chefärzte, in Zusammenarbeit mit der Zentralklinik Bad Berka und die Philosophischen und Politischen Salons warten mit interessanten Themen auf viele Besucher und Gäste.

In diesem Sinne: Hoffen wir, dass die nächste Ausgabe In guter Nachbarschaft am kommenden Freitag ebenso interessant wird. Vielen Dank für deine Antworten!

Ich bin schon gespannt und ein bisschen aufgeregt.

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IN GUTER NACHBARSCHAFT #21

Lesung, Gespräch, Musik mit Deniz Ohde, Sina Stolp, Kathleen Kröger und Tommy Neuwirth

17. Mai 2019 – 19:30 Uhr

ACC Galerie Weimar (Burgplatz 1-2, 99423 Weimar)

Eintritt: 5,-€ / ermäßigt 3,-€ (nur Abendkasse)

17. Mai – Weimar – IN GUTER NACHBARSCHAFT #21

Am 17. Mai kehren wir mit unserer Lesereihe zurück nach Weimar, bringen junge Autorinnen zusammen und lassen ihre Texte von innovativen Vocalperformances musikalisch begleiten.

Die Leipziger Autorin Deniz Ohde liest aus neuen Texten. In ihrem Werk seziert sie präzise strukturelle Ungleichheiten und biografische Brüche in einer sensiblen wie eindringlichen Sprache, die eine neue starke Stimme in der literarischen Welt ankündigt. Deniz Ohde war Finalistin des 24. open mike in Berlin, Stipendiatin des 21. Klagenfurter Literaturkurses und auf der Shortlist des Wortmeldungen Literaturpreises 2019 für kritische Kurztexte.

Zudem lesen aus ihren noch unveröffentlichten Texten Kathleen Kröger (Erfurt) und Sina Stolp (Weimar).

Musikalisch wird dieser Abend gerahmt vom Weimarer Musiker und Medienkünstler Tommy Neuwirth, der seit 2013 performative Konzerte unter dem Namen «Das weltweite Netzwerk für ein bedingungsloses Grundeinkommen» gibt.

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17. Mai 2019 – 19:30 Uhr

ACC Galerie Weimar (Burgplatz 1-2, 99423 Weimar)

Eintritt: 5,-€ / ermäßigt 3,-€ (nur Abendkasse)

 

Deniz Ohde, geboren 1988 in Frankfurt am Main, lebt in Leipzig, wo sie 2018 das Studium der Germanistik abschloss. 2016 war sie Finalistin des 24. open mike, des 10. poet bewegt Literaturwettbewerbs und 2017 Stipendiatin des 21. Klagenfurter Literaturkurses. 2019 stand sie auf der shortlist für den Wortmeldungen-Förderpreis. https://denizohde.wordpress.com/

Tommy Neuwirth machte eine Lehre zum Veranstaltungstechniker am Theaterhaus Jena, 2004 — 2008. Er studierte Mediengestaltung/-kunst an der Bauhaus-Universität Weimar, BA 2008–2013. Seit WS 2016 MFA Medienkunst an der Bauhaus-Universität Weimar. Seit 2013 performative Konzerte unter dem Namen «Das weltweite Netzwerk für ein bedingungsloses Grundeinkommen», u.a. Fusion Festival; Nachtdigital Festival; Roter Salon, Volksbühne Berlin. Performances, u.a. «Charakterarbeit» beim ARENA… of the young Arts Festival Erlangen; «Verarbeite, was dich verarbeitet 2» bei den 18. Thüringer Literaturtagen, Kaiserwerke Gera und beim Zeitzeug Festival Bochum (Frei- fahrt-Preis); «Verarbeite, was dich verarbeitet 1» beim 100Grad Festival Berlin. http://tommyneuwirth.de/

Kathleen Kröger, geboren 1995 in Halle/Saale, Studium der Neueren deutschen Literaturwissenschaft und Geschichtswissenschaft an der Universität Erfurt. Seit mehreren Jahren Freie Mitarbeiterin für die Thüringer Allgemeine und Mitteldeutsche Zeitung, seit 2019 Pressemitarbeiterin im Kultur:Haus Dacheröden und Redakteurin für das Kultur- und Literaturmagazin hEFt für literatur, stadt und alltag in Erfurt.

Sina Stolp studiert Medienkunst in Weimar und hat bereits zahlreiche Preise gewonnen. So z.B. den Malwettbewerb am Schloss Rauischholzhausen, sowie den Vorlesewettbewerb der Sechstklässler an der Elisabethschule in Marburg.

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Die unabhängige Lesereihe IN GUTER NACHBARSCHAFT gehört zum festen Bestandteil der Thüringer Literaturszene. Sie vereint seit 2014 neue Lyrik und Prosa mit aktueller Musik. Über zahlreiche selbst organisierte Veranstaltungen hinaus wird die Lesereihe von Kulturveranstaltern im gesamten Freistaat als zuverlässiger Partner für anspruchsvolle und unterhaltsame Literatur geschätzt.

IN GUTER NACHBARSCHAFT ist ein Projekt der Literarische Gesellschaft Thüringen e.V. und wird gefördert durch die Kulturstiftung des Freistaats Thüringen.

Außerdem sind wir Teil der Initiative Unabhängige Lesereihen.

Rückschau: IN GUTER NACHBARSCHAFT #19

Gemütlich war’s zur Kneipenedition von IN GUTER NACHBARSCHAFT am 7.12. im Salon Konetzny in Weimar. So gemütlich, dass wir ganz vergessen haben ein paar mehr Fotos für euch vom Abend zu machen. Darum gibt es diesmal ausnahmsweise nur einen kleinen Eindruck vom Autorengespräch mit Michael Bittner, in dem er seine Zeit als unfreiwilliger Sachverständiger für so ziemlich alles was in den letzten Jahren in Dresden geschah, Revue passieren zu lassen. „Politik ist auch immer so ein downer.“, so sein Zwischenfazit, das uns nicht davon abhält im kommenden Jahr unseren Fokus verstärkt auf Autor*innen zu setzen, die sich in ihren Texten politisch und/oder gesellschaftskritisch positionieren. Wir informieren euch natürlich rechtzeitig über alles was 2019 passieren wird.

Wir bedanken uns herzlich bei der Literarischen Gesellschaft Thüringen e.V. und der Thüringer Staatskanzlei für die Unterstützung unserer Lesereihe, bei Michael Bittner und allen Autor*innen, die 2018 bei uns zu Gast waren, beim Team vom Salon Konetzny und alles Menschen, in deren Räumen wir zu 2018 zu Gast sein durften. Nicht zuletzt ein herzlicher Dank an alle, die unsere Veranstaltungen besuchen, besucht haben und besuchen werden.

Wir treten nun einen langen Winterschlaf an. Bis bald.

7.12. – Weimar – IN GUTER NACHBARSCHAFT #19

Im Dezember kehren wir mit unserer Lesereihe endlich zurück nach Weimar. Nicht aber um den Jahresabschluss zu begehen, sondern den Auftakt dessen zu feiern, was unser Publikum 2019 erwarten kann: Autor*innen die sich mit unserer Gegenwart auseinandersetzten. Dazu haben wir Michael Bittner eingeladen, um aus seinen aktuellen Kolumnen und Satiren Der Bürger macht sich Sorgen zu lesen und natürlich mit uns darüber zu reden.

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am 7.12.2018 – um 20 Uhr

im Salon Konetzny (Humboldtstr. 18, Weimar)

diesmal ist der Eintritt frei

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„In seinem neuen Buch stürzt sich Michael Bittner mitten hinein in unsere turbulenten Zeiten. Das Abendland steht vor dem Untergang – doch wütende Bürger drohen, die Apokalypse im letzten Augenblick noch abzuwenden. In der weltumspannenden Krise, die nicht enden will, sucht derweil jeder woanders nach Rettung – bei Liebesratgebern, im Schädel von Karl Marx oder am Tresen bei bewusstem Biergenuss. Michael Bittner blickt in seinen neuen Kolumnen und Satiren auf die Verwirrungen dieser Tage mit Leidenschaft, Heiterkeit und Skepsis zugleich. Auch das eigene Leben spart er nicht aus, denn er weiß: Kritik ohne Selbstkritik ist feige.“ (aus der Verlagsankündigung der edition AZUR)

Michael Bittner wurde 1980 als Sohn der Arbeiterklasse in Görlitz geboren. Seine Kindheit verbrachte er in Diehsa (Oberlausitz). Er studierte Germanistik und Philosophie an der TU Dresden und lebt heute als Literaturwissenschaftler und Autor in Berlin. https://michaelbittner.info/

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Die unabhängige Lesereihe „In guter Nachbarschaft“ gehört zum festen Bestandteil der Thüringer Literaturszene. Sie vereint seit 2014 neue Lyrik und Prosa mit aktueller Musik. Über zahlreiche selbst organisierte Veranstaltungen hinaus wird die Lesereihe von Kulturveranstaltern im gesamten Freistaat als zuverlässiger Partner für anspruchsvolle und unterhaltsame Literatur geschätzt.

Die Lesereihe „In guter Nachbarschaft“ ist ein Projekt der Literarische Gesellschaft Thüringen e.V. und wird unterstützt durch die Thüringer Staatskanzlei.

Außerdem sind wir Teil der Initiative Unabhängige Lesereihen.

3. Juni – Weimar – juLi im Juni – Ein Gespräch mit Patrick Walter

Auch in diesem Jahr findet wieder das bereits in Weimar etablierte Festival juLi im Juni statt. Am Sonntag, den 3. Juni dreht sich im Lichthauskino (Am Kirschberg 4) alles um das geschriebene Wort des literarischen Nachwuchses. Mario Osterland sprach mit Patrick Walter, einem der Organisator*innen, über die diesjährige Auflage des Festivals.

 

Gruppenbild Webseite
Das diesjährige Team von „juLi im Juni“. Mario Osterland sprach mit Patrick Walter (3.v.l.).

 

Lieber Patrick, was genau ist „JuLi im Juni“ und warum gibt es das?

„juLi im juni“ steht für junge Literatur im Juni. Seit 16 Jahren werden junge, aufstrebende Autoren nach Weimar eingeladen, um sich einem Publikum vorzustellen. Die Idee dabei ist, dass die Autoren die Möglichkeiten haben, aus einem Ihrer kürzlich veröffentlichen Werke vorzulesen und im Anschluss mit dem Publikum darüber zu diskutieren.

Wer organisiert das Festival?

Organisiert wird die literarische Plattform von Studierenden der Hochschule für Musik FRANZ LISZT Weimar mit dem gemeinnützigen Verein weim|art e.V. als Träger des Projekts.

Wie kommen ausgerechnet Studierende einer Musikhochschule dazu ein Literaturfestival zu organisieren?

Der Studiengang Kulturmanagement ist zwar an die HfM Weimar angegliedert, jedoch ist der Studiengang nicht alleine auf die Musikszene ausgerichtet. Die Studierenden des Studienganges haben viele unterschiedliche Hintergründe, daher ist die Zusammenarbeit auch so ein fruchtbares Ergebnis.

Inwiefern werden die Erfahrungen aus den vorherigen Jahren weitergegeben und darauf aufgebaut?

Im Vorfeld des Festivals gab es einen Austausch mit dem Team aus dem letzten Jahr. Jedes Jahr bildet sich ein neues Team aus Studierenden, die einen Tag voller Poesie gestalten. Dabei findet das Festival immer unter wechselnden Mottos statt, dieses Jahr unter dem Motto Sprachspiel.

Was ist in diesem Jahr anders bzw. was macht die diesjährige Ausgabe besonders?

Die 16. Ausgabe des Literaturfestivals lockt mit Außergewöhnlichem. Unter dem Thema „Sprachspiel“ wird am 3. Juni 2018 im Lichthauskino Weimar, dem ehemaligen Straßenbahndepot, einen ganzen Tag lang mit Sprache experimentiert. Ob beim Schreiben, Sprechen, Lesen oder Hören – der Kreativität sind keine Grenzen gesetzt! Denn neben fesselnden Lesungen der jungen Autor*innen Oliver Mörchel, Paula Fürstenberg, Gorch Maltzen, und Elias Vorpahl, bietet das diesjährige „Sprachlokal“ regionalen Sprachkünstler*innen jeder erdenklichen Richtung eine Bühne. Ob Poetry Slam oder Rap, veröffentlichtes Werk oder persönliche Premiere, jeder ist willkommen!
Doch nicht nur in spielerischen Wortkünsten findet sich das Motto wieder – im vielseitigen Rahmenprogramm bespielen auch einige Musiker die Bühne. Neben abwechslungsreichen musikalischen Einlagen, bieten mehrere Hörspiele einen ungewöhnlichen Ohrenschmaus. Und wer sein literarisches Bedürfnis dann noch auf eigene Faust stillen möchte, hat zum Beispiel bei unserem Literaturautomaten die Chance dazu.
Und wer noch nicht genug hat gönnt sich ein Bier in gemütlicher Atmosphäre und hat die Möglichkeit, sich mit anderen auszutauschen, zu diskutieren oder einfach nur fantasievoll den Geräuschen der Künstler zu begegnen.

Brauchen Literaturfestivals eigentlich ein Motto?

Generell nicht. Jedoch bieten Mottos einen gemeinsamen Rahmen zur künstlerischen Gestaltung eines solchen Festivaltages.

Warum habt ihr euch für „Sprachspiel“ entschieden?

Literatur ist eine Gattung, in der Sprache ein spielerischen Element ist. Das Experimentieren mit Sprache ist der Ausgangspunkt des diesjährigen Festivals. Sprache wird hier nicht nur als Teil der Literatur gesehen, nein das Spiel mit der Sprache wird auch durch das vielseitige Rahmenprogramm sichtbar. Das Publikum hat die Möglichkeit, das Spiel mit der Sprache nicht nur in den Lesungen selbst zu erfahren, sondern auch durch Musik, der Hörspielecke und vielem mehr.

Im vergangenen Jahr schien das Festival durch mehrere Veranstaltungsorte enger mit der Stadt verwoben zu sein. In diesem Jahr findet alles an einem Ort statt, warum?

Wir möchten eine Oase für Literatur sein, in der das Publikum und die Autoren die Möglichkeit haben, sich untereinander austauschen, und daher entschieden wir uns, das Festival an einem Ort stattfinden zu lassen. Das Lichthauskino in Weimar ist fest in die Kulturszene in Weimar integriert und bietet eine entspannte Atmosphäre mit Garten und Café.

Worauf freust du dich am meisten an diesem Tag?

Ich freue mich am meisten darüber, unsere fruchtbare Arbeit einem Publikum zu präsentieren. Ich bin mega gespannt auf die Lesungen und auch auf die Konzerte, da ich selbst auch gerne Musik mache. Für mich ist auch ganz wichtig, dass sich das Publikum geborgen fühlt und dass es ein Tag voller Entspannung wird.

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juLi im Juni – Das Festival für junge Literatur

am Sonntag, 3. Juni 2018

ab 11 Uhr im Lichthauskino Weimar (Am Kirschberg 4)

Eintritt: 10,-/ ermäßigt 8,-€ im VVK (Abendkasse: 12,-/10,-€)

Das Programm, Tickets, Informationen zu den Autor*innen und alles weitere gibt es unter: http://juli-im-juni.de/