In guter Nachbarschaft – SUMMER EDITION – Die Musik: Lutz Hartmann

Nach einem Tag voller junger, neuer und interessanter Literatur wird bei der SUMMER EDITION noch lange nicht Schluss sein. Wir tanzen im und um das Glashaus herum durch die Sommernacht. Mit euch und DJ Lutz Hartmann.

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Lutz Hartmann (Foto: privat)

Lutz Hartmann ist ein Alleskönner an den Turntables. Wenn er nicht gerade mit seiner Band Klinke auf Cinch durch die Gegend tourt oder wilde DJ-Sets mit Carina Posse als Kanapè spielt, weiß er wie kein Zweiter, wie man funky Beats mit derben Bässen vereint. Hartmann ist die Allzweckwaffe für glückliche Gesichter auf dem Dancefloor.

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Lieber Lutz, was magst du am Sommer besonders?

Die Festival-Saison.

Was ist für dich eine gute „Sommerlektüre“ und was der perfekte Soundtrack für die warme Jahreszeit?

Das GROOVE-Magazin und Lovelee Dae von Blaze.

Was darf auf der Sommerreise nach Jena nicht fehlen?

Kaltes Jever.

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„In guter Nachbarschaft – SUMMER EDITION“

Samstag, 9.7.2016 – Glashaus im Paradies (Vor dem Neutor 6), Jena

Beginn: 16:30 Uhr – Eintritt: 3,-/5,-€ (nur Abendkasse)

In guter Nachbarschaft – SUMMER EDITION – Die Preisträger*innen des Jungen Literaturforums Hessen-Thüringen 2016

Das Junge Literaturforum Hessen-Thüringen schreibt Jahr für Jahr einen Literaturwettbewerb aus, an dem sich 16- bis 25-Jährige mit Wohnsitz in Hessen und Thüringen beteiligen können. Bei uns gehört es zur ebenso guten Tradition, die aktuellen Preisträger*innen aus ihren prämierten Texten lesen zu lassen – Stimmen, die uns von nun an begleiten werden. Mit dabei sind:

Manon Hopf, geboren 1990 im Allgäu, studiert an der Goethe-Universität Frankfurt/Main. Ausgezeichnet wurde sie für ihren Text Brombeeren, gemauert.

Lennardt Loß, geboren 1992 in Braunschweig, studiert Germanistik, Kunstgeschichte und Filmwissenschaft an der Friedrich-Schiller-Universität Jena. Schreibt Filmkritiken für die Jenaer Studentenzeitung AKRÜTZEL. Ausgezeichnet wurde er für seinen Text Durchs Fenster.

Elisa Wächtershäuser, geboren 1992 in Butzbach, studierte Medizin in Marburg und lebt jetzt in Fulda. Zuletzt wurde sie u.a. mit dem Hattinger Förderpreis für junge Literatur 2013 ausgezeichnet und hat u.a. am Literaturlabor Wolfenbüttel 2013 und am 17. Klagenfurter Literaturkurs teilgenommen. Kurzgeschichten von ihr erschienen in verschiedenen Anthologien (u.a. in Nagelprobe 30 bis 33). Ausgezeichnet wurde sie für ihren Text Die Tiere schlafen.

Robert Wenzl, geboren 1990 in Pößneck. Nach einer Ausbildung zum Industriemechaniker studiert er seit 2014 Geografie an der Friedrich-Schiller-Universität Jena. Veröffentlichungen u.a. in HANT – Magazin für Fotografie. Er ist zudem als Musiker tätig und veröffentliche bisher zwei EPs. Ausgezeichnet wurde er für seinen Text einkehr.

Alle Informationen zum Jungen Literaturforum Hessen-Thüringen finden Sie hier. Die Preisträgertexte können in der jährlich zum Wettbewerb erscheinenden Anthologie Nagelprobe nachgelesen werden.

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„In guter Nachbarschaft – SUMMER EDITION“

Samstag, 9.7.2016 – Glashaus im Paradies (Vor dem Neutor 6), Jena

Beginn: 16:30 Uhr – Eintritt: 3,-/5,-€ (nur Abendkasse)

4.7. – Blaubart & Ginster – Eine Stunde Literatur im Offenen Kanal Jena

Blaubart & Ginster? – Ist das ein Szenelokal für serienmordende Pazifisten? Ein exzentrischer Barbershop? Kann man das rauchen?
So ähnlich: Bei Blaubart & Ginster läuft eine Stunde lang Literatur und Musik auf Radio OKJ. Ralf Schönfelder und Mario Osterland, co-Organisator von „In guter Nachbarschaft“, laden Autoren ins Studio ein, um ihre Texte zu hören, über Bücher und die literarische Szene zu plaudern und die Lieblingsmusik der Gäste zu spielen.

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Mario Osterland und Ralf Schönfelder präsentieren monatlich die Literatursendung „Blaubart & Ginster“ im Radio OKJ.

Von Ungarischem Punkrock bis zu Lambada!
Zu Gast in der Ursendung von Blaubart & Ginster ist die Jenaer Stadtschreiberin Kinga Tóth. Sie liest aus ihren Gedichten über Körper und Maschinen, erklärt, warum Häuserwände die Haut einer Stadt sind und berichtet vom schwierigen Stand der ungarischen Literatur und ihrer Arbeit bei der József Attila Kör in einem Land, das sich politisch radikalisiert.

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Die Sound-Poetin Kinga Tóth ist der erste Gast bei „Blaubart & Ginster“ (Foto: Richard Lutzbauer)

Die erste Sendung läuft am Montag, dem 4. Juli um 15:00 Uhr bei Radio OKJ. Radio OKJ hört Ihr in Jena und Umgebung auf UKW 103,4 MHz und im Kabel auf 107,90 MHz. Außerdem weltweit im Internet als Live-Stream auf http://radio-okj.de/.

In guter Nachbarschaft – SUMMER EDITION – Die Autoren: Kinga Tóth

In einem offenen Gespräch berichtet Kinga Tóth aus ihrer Zeit als Jenaer Stadtschreiberin und liest aus den Texten, die hier entstanden sind. Interessierte Besucher*innen und Autor*innen sind herzlich eingeladen, sich mit Fragen und eigenen Erfahrungen in das Gespräch einzubringen und über die Prozesse literarischer Arbeiten zu diskutieren.

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Kinga Tóth (Foto: Richard Lutzbauer)

Kinga Tóth, geb. 1983 in Sárvár (Ungarn), ist Sprachwissenschaftlerin, (Sound-)Poetin, Poetry-Illustratorin und Kulturmanagerin. Zudem arbeitet sie als Journalistin und ist Lektorin für die Kunstmagazine Palócföld und Roham. Darüber hinaus ist sie Songwriterin und Frontfrau des Tóth Kína Hegyfalu-Projekts sowie Vorstandsmitglied des József-Attila-Kreises für junge Schriftsteller und aktives Mitglied bei zahlreichen anderen Projekten und Verbänden.

Zuletzt erschien von ihr: ALLMASCHINE. Gedichte (Ungarisch/Deutsch, Edition Solitude, 2014)

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Liebe Kinga, was magst du am Sommer besonders?

Hitze und Hitze.

Was ist für dich eine gute „Sommerlektüre“?

Batman am Strand.

Was darf auf der Sommerreise nach Jena nicht fehlen?

Paradiesstimmung.

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„In guter Nachbarschaft – SUMMER EDITION“

Samstag, 9.7.2016 – Glashaus im Paradies (Vor dem Neutor 6), Jena

Beginn: 16:30 Uhr – Eintritt: 3,-/5,-€ (nur Abendkasse)

 

In guter Nachbarschaft – SUMMER EDITION – Die Autoren: Christoph Wenzel

Der SUMMER EDITION-Preis für die weiteste Anreise geht an: Christoph Wenzel aus Aachen!

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Christoph Wenzel (Foto: Sonja Wenzel)

Christoph Wenzel, geb. 1979 in Hamm, ist als Lyriker, Essayist, Herausgeber und Verleger des [SIC]-Literaturverlages Mitgestalter einer vielseitigen, unabhängigen Literaturszene auch über die Grenzen seiner Heimat Nordrhein-Westfalen hinaus. In seinem jüngsten Gedichtband lidschluss (Edition Korrespondenzen, 2015) erzählt er von den geografischen und gesellschaftlichen Veränderungen, die die Schließung der Zechen im Ruhrgebiet mit sich brachten.

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Lieber Christoph, was magst du am Sommer besonders?

… dass er mehr ist, als das Summen seiner Teilchen.

Was ist für dich eine gute „Sommerlektüre“?

„Ich glaube, man sollte überhaupt nur noch solche Bücher lesen, die einen beißen und stechen“ (Kafka) – vielleicht wie der Gang durch einen Mückenschwarm im schwülen Sommer, und wie es noch nachjuckt, tagelang.

Was darf auf der Sommerreise nach Jena nicht fehlen?

Pünktliche und klimatisierte Züge; dazu natürlich: Gedichte, Gespräche, Getränke.

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„In guter Nachbarschaft – SUMMER EDITION“

Samstag, 9.7.2016 – Glashaus im Paradies (Vor dem Neutor 6), Jena

Beginn: 16:30 Uhr – Eintritt: 3,-/5,-€ (nur Abendkasse)

In guter Nachbarschaft – SUMMER EDITION – Die Autoren: Anja Kampmann

Ebenfalls mit an Bord der „In guter Nachbarschaft – SUMMER EDITION“: Anja Kampmann!

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Anja Kampmann (Foto: Juliane Henrich)

Anja Kampmann, geb. 1983 in Hamburg, ist vor allem als Lyrikerin bekannt. Nach zahlreichen Auszeichnungen und Veröffentlichungen in Zeitschriften und Anthologien wurde ihr erster Gedichtband Proben von Stein und Licht (Hanser Verlag, 2016) mit Spannung erwartet. Neben ihren Gedichten liest die Autorin zudem exklusiv für diese Lesung aus einem noch nicht abgeschlossenen Romanmanuskript vor.

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Liebe Anja, was magst du am Sommer besonders?

Trockene Sandwege und das Geräusch von Kies unter Fahrradreifen, hohe Wiesen die sich hin- und herwiegen,  jagende Fledermäuse, lange rauschende schattige Alleen.

Was ist für dich eine gute „Sommerlektüre“?

Also wenn man etwas Kleines, Leichtes, einfach mitnehmen will, dann gibt es ein fast unerreichtes Gefühl von Sommer in der Erzählung über zwei Brüder in Norman MacLeans Erzählung „Aus der Mitte entspringt ein Fluss“. Tschechows Erzählungen. Oder Faulkners „As I lay Dying“. Oder die lange lange Reise mit Steinbeck in „East of Eden“.

Was darf auf der Sommerreise nach Jena nicht fehlen?

Ein Strohhut, etwas Kleingeld für ein Eis.

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„In guter Nachbarschaft – SUMMER EDITION“

Samstag, 9.7.2016 – Glashaus im Paradies (Vor dem Neutor 6), Jena

Beginn: 16:30 Uhr – Eintritt: 3,-/5,-€ (nur Abendkasse)

In guter Nachbarschaft – SUMMER EDITION – Die Autoren: Björn Kuhligk

Liebe Nachbarschaftsfreunde,

ab heute stellen wir euch die Autoren der „In guter Nachbarschaft SUMMER EDITION“ vor. Los geht’s mit Björn Kuhligk.

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Björn Kuhligk (Foto: Achim Wagner)

Björn Kuhligk, geb. 1975 in Berlin, gehört seit über 15 Jahren zu den Protagonisten der deutschsprachigen Gegenwartslyrik. Er veröffentlichte zahlreiche Gedichtbände und Bücher mit kurzer Prosa, zuletzt die Sammlung Großraumtaxi. Berliner Szenen (Verbrecher Verlag, 2014). Für seine Arbeiten wurde er mehrfach ausgezeichnet, zuletzt mit dem „Grenzgänger“-Stipendium der Robert-Bosch-Stiftung (2015). Im Rahmen der „Summer Edition“ stellt Kuhligk neue Gedichte aus seinem im Sommer erscheinenden Band Die Sprache von Gibraltar (Hanser Berlin) vor.

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Lieber Björn, was magst du am Sommer besonders?

Die Wärme, das Licht, die langen Tage, das Obst, die Gewitter.

Was ist für dich eine gute „Sommerlektüre“?

Oh je, ich habe absolut keine Ahnung. Urlaub, ok? Eine gute Urlaubslektüre ist wieder nicht „Der Mann ohne Eigenschaften“ und wieder nicht „Krieg und Frieden“. Wahrscheinlich sind es wieder zwei Gedichtbände. Und zwei Agenten-Thriller, in denen die Welt gerettet wird.

Was darf auf der Sommerreise nach Jena nicht fehlen?

Meine Gedichte, Notizbuch, Sonnenbrille.

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„In guter Nachbarschaft – SUMMER EDITION“

Samstag, 9.7.2016 – Glashaus im Paradies (Vor dem Neutor 6), Jena

Beginn: 16:30 Uhr – Eintritt: 3,-/5,-€ (nur Abendkasse)

In guter Nachbarschaft – SUMMER EDITION – Das Programm

Liebe Nachbarschaftsfreunde,

es dauert gar nicht mehr lang bis zur „In guter Nachbarschaft – SUMMER EDITION“. Die Spannung und Vorfreude steigen bei uns täglich. Damit ihr wisst, worauf ihr euch gemeinsam mit uns freuen könnt, präsentieren wir euch hier das detaillierte Programm.

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16:30 – 17:30 Uhr – Begrüßung zur „SUMMER EDITION“ und Lesung der Preisträger*innen des Jungen Literaturforums Hessen-Thüringen 2016.

Das Junge Literaturforum Hessen-Thüringen schreibt Jahr für Jahr einen Literaturwettbewerb aus, an dem sich 16- bis 25-Jährige mit Wohnsitz in Hessen und Thüringen beteiligen können. Bei uns gehört es zur ebenso guten Tradition, die aktuellen Preisträger*innen aus ihren prämierten Texten lesen zu lassen: Stimmen, die uns von nun an begleiten werden. Mit dabei sind Manon Hopf, Lennardt Loß, Elisa Wächtershäuser und Robert Wenzl.

Moderation: Peter Neumann und Mario Osterland.

18:00 – 18:45 Uhr – Werkstattgespräch mit der Jenaer Stadtschreiberin Kinga Tóth

In einem offenen Gespräch berichtet Kinga Tóth aus ihrer Zeit als Jenaer Stadtschreiberin und liest aus den Texten, die hier entstanden sind. Interessierte Besucher*innen und Autor*innen sind herzlich eingeladen, sich mit Fragen und eigenen Erfahrungen in das Gespräch einzubringen und über die Prozesse literarischer Arbeiten zu diskutieren.

Moderation: Mario Osterland

19:00 – 19:45 Uhr – Offenes Mikrofon

Auch zur „Summer Edition“ von „In guter Nachbarschaft“ steht talentierten Autor*innen für jeweils acht Minuten das offene Mikrofon zur Verfügung – DIE Gelegenheit, um Texte aller Art in entspannter Atmosphäre vorzutragen. Ob Prosa oder Lyrik, Abenteuergeschichten oder Liebesgedicht, das offene Mikrofon bietet die Plattform für mutige Freiwillige und ihre Texte. Anmeldungen nehmen wir gern entgegen unter: inguternachbarschaft[at]gmx.de

Moderation: Peter Neumann und Mario Osterland

20:00 – 22:00 Uhr – Lesung mit Anja Kampmann, Björn Kuhligk und Christoph Wenzel

Bevor im Herbst wieder unzählige, frisch gedruckte Neuerscheinungen den Buchmarkt entern, legen wir den Fokus dieser Lesung vor allem auf noch unveröffentlichte und teilweise sich noch in Arbeit befindende Texte. Unsere Autor*innen geben damit nicht nur einen spannenden Einblick in ihr Schaffen, sondern auch in die Entstehungsbedingungen und -prozesse von literarischen Texten.

Moderation: Peter Neumann

ab 22:00 Uhr – Aftershow-Party mit DJ Lutz Hartmann (Klinke auf Cinch)

Lutz Hartmann ist ein Alleskönner an den Turntables. Wenn er nicht gerade mit seiner Band Klinke auf Cinch durch die Gegend tourt oder wilde Dj-Sets mit Carina Posse als Kanapè spielt, weiß er wie kein Zweiter, wie man funky Beats mit derben Bässen vereint. Hartmann ist die Allzweckwaffe für glückliche Gesichter auf dem Dancefloor.

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„In guter Nachbarschaft – SUMMER EDITION“

Samstag, 9.7.2016 – Glashaus im Paradies (Vor dem Neutor 6), Jena

Beginn: 16:30 Uhr – Eintritt: 3,-/5,-€ (nur Abendkasse)

27.5.2016 – JazzText/TextJazz – Lesekonzert mit Kinga Tóth, Romina Nikolic, Mario Osterland u.a.

Freitag, 27. Mai 2016 – Kulturbahnhof Jena (Spitzweidenweg 28, 07743 Jena)

Beginn: 20 Uhr

Eintritt: € 7,-/ € 5,- ermäßigt

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EGalerie Kunsthof Jenain Lesekonzert mit Kinga Tóth, Romina Nikolic, Friedrich Kettlitz, Mario Osterland und der Leipziger Minimal-Jazz-Formation random words unter der Leitung von Noah Punkt. Eine Interaktion von Wort, Text und Jazz, von Wort-Laut-Strukturen und offener, thematisch angelegter und zugleich improvisierender Musik.

„Der bandeigene musikalische Grundansatz sensibler Entwicklung von einzelnen Melodielinien hin zu komplexen Klangtexturen auf Grundlage der freien Komposition bietet als weitgehend konventionsbefreit einen offenen Ansatz für literarische Inbezugsetzungen von Erzähl- und Melodieverläufen, Harmonien / Sound und Wortklängen sowie rhythmischen Sprach- und Klangstrukturen. Die experimentelle Interaktion des Abends basiert auf den beiden Medien gemeinsamen und wesentlichen Kompositionsprinzipien – die Thematik ist offen und liefert Bühnenlandschaften.“

Weitere Informationen auf den Seiten des Kulturbahnhofs Jena und des LeseZeichen e.V.

Bericht aus Bishkek (2/2) – Drei Gedichte aus Kirgisistan, kommentiert

Der Autor Moritz Gause, Mitbegründer von „In guter Nachbarschaft“, war jahrelang Organisator und Moderator unzähliger Literaturveranstaltungen und Schreibworkshops in Thüringen.

Babelsprech Bern April 2015
Moritz Gause (Foto: Patrick Savolainen)

Seit August 2015 lebt er in Bishkek, der Hauptstadt Kirgisistans, und arbeitet dort als Sprachassistent am Goethe-Institut. Auf Instagram dokumentiert er regelmäßig das Leben vor Ort mit Fotos und Videos.

Hier stellen wir drei seiner Gedichte vor, die in Kirgisistan entstanden sind.

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Ashina

Du fragst in einem Deiner Briefe
ob es hier Wölfe gibt.
Sicherlich, und manchmal denke ich
ich sei einer von Ihnen, freilich nur noch Hund
und vielleicht zog mich darum
alles nach Osten, so lang schon, und vielleicht fühle ich darum
ich sei angekommen
als fände ich hier meine zweite Familie
in der Ebene zwischen den Bergen
die aussehen, als habe jemand das vielfach geflickte
und doch so ruhige Tuch der Steppe
mit Zeltstangen angehoben, als sei ich
sei etwas in mir
von hier gekommen.
Aus diesen Bergen, von denen keiner weiß
wo geht die Erde, wo geht das Nichts zuende
wo fangen die Träume an.

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Unter dem Bildnis eines toten Hundes

dessen zerfressene Augen nirgendwohin mehr schauen
am Rand der Straße durch die Steppe, zwischen Kieseln und Staub
steht der Vorwurf: ein solches Bild entwürdige die Kreatur.

In der Gobi legten sie früher
ihre Toten auf Hügel und ließen
die Geier, Wölfe und Hunde sie fressen.

Wir fürchten das Unausweichliche.
Ich habe den Hund photographiert.
Er stank so sehr, dass ich mir die Nase zuhielt.

Der Brustkorb eingefallen, ein schwarzes Loch
der hintere Darm aufgebläht. Ich beugte mich hinunter
die zerfressenen Augen, die vertrocknete Nase zu photographieren.

Der kalte Wind blies mir den Gestank ins Gesicht
ich hielt den Atem an
um nicht zu erbrechen.

Auf einem seiner Beine, das Haar heruntergefressen
lag eine Zigarettenkippe. Der Hund lag dort
liegt er noch, was ist übrig.

Jemand hatte die Kippe im Vorbeifahren
aus dem Autofenster geschnippt
oder der Wind hatte sie dorthin geweht.

Ein toter Steppenhund.
Keine Fragen mehr. Kein Hunger. Keine Furcht.

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In der Marshrutka nach Kant

lesen sich die Nachbarn Bauch an Bauch
aus ihren dichtbedruckten feuchten Händen.

Dann wächst ein bisher ungekanntes Zeichen aus der Haut.
Im grünen Licht. An der elften Station.

Die Nachbarn flüstern. Sie raunen.
Es gibt zu viele Rosenkreuzer dort in Bishkek.

Ich dränge mich vorbei an starren grünen Mienen
und atme auf im abendlichen Kant.

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Das ruhige Tuch der Steppe

Welchen Einfluss eine Landschaft, ein fremdes Land, eine andere Kultur auf die Entstehungsbedingungen von Literatur und letztlich auf die entstandenen Texte selbst haben können, lässt sich an Moritz Gauses Gedichten aus Kirgisistan besonders gut ablesen.

Verglichen mit dem gros der jüngeren deutschsprachigen Lyrik klingt in Gauses Gedichten ein erkennbar pathetischer Ton an, den sich hierzulande kaum noch jemand traut. Dieses Pathos ist weder kitschig noch glorifizierend, sondern versucht der Erhabenheit der kirgisischen Landschaften, der Steppen und Berge gerecht zu werden. Es dominiert die Texte nicht von oben her, sondern schafft eine Atmosphäre, die die Texte trägt.

Gause macht kein Geheimnis daraus, dass Fernweh ihn nach Zentralasien zog. Er passe ganz gut dorthin, sagt er im Interview. Im Gedicht Ashina wird das besonders deutlich. Und dort heißt es auch „in der Ebene zwischen den Bergen/ die aussehen, als habe jemand das vielfach geflickte/ und doch so ruhige Tuch der Steppe/ mit Zeltstange angehoben“. Die sprachliche Reflexion der Sehnsuchtslandschaft öffnet hier einen neuen Raum, lässt eine zweite Landschaft mit eigenen Geheimnissen, einem eigenen Profil entstehen. Die Gegend um Bishkek, so scheint es, besitzt poetisch fruchtbaren Boden.

Doch es ist ebenso wenig eine ungebrochene Idylle, wie etwa der heute wieder öfter „besungene“ deutsche Wald. Es ist raues Land, magisches Land, Schamanenland. In der Steppe verenden Hunde, in der Marshrutka liest man nicht in der Zeitung, sondern aus Händen. Wildnis und Fremdheit bleiben immer präsent. Und vielleicht ist das der Grund, warum für Gause die Berge Kirgisistans auf Zeltstangen ruhen und nicht auf steinernen Massiven. Der Wind drückt spürbar auf das Land. Ankommen heißt nicht automatisch sesshaft werden. „Das Kapitel ist ja noch lang nicht abgeschlossen.“

Mario Osterland

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Die Gedichte Ashina und Unter dem Bild eines toten Hundes erschienen zuerst in Metamorphosen 11.