Rückschau: In guter Nachbarschaft #18

Die 18. Ausgabe von IN GUTER NACHBARSCHAFT ist leider Geschichte, aber es war ein Abend, der uns und unserem Publikum noch lange angenehm in Erinnerung bleiben wird. Die österreichischen Autoren Robert Prosser und Niklas L. Niskate gaben sich am 26. Oktober, dem Nationalfeiertag ihres gelobten Heimatlandes, die Ehre und performten live aus ihren Texten.

Eröffnet wurde der Abend dem Anlass gemäß mit einem poetischen Lobpreis auf die Alpenrepublik, bevor Robert Prosser die Bühne enterte und den Beginn seines 2017 erschienenen Romans Phantome (Ullstein Verlag) freisprechend in einer energiegeladenen Rezitation darbot. Sowohl von der Bühne herab als auch im Zuschauerraum umherschreitend, zog Prosser das Publikum in den Bann der Erzählung, in der die Zuhörer einem jungen Kriegsflüchtling aus Bosnien buchstäblich durch den Wiener Untergrund der Graffitiszene folgen.

Anschließend präsentierte Niklas L. Niskate, unterstützt von einer Loopstation, brandneue Lyrik aus seinem am Tag der Veranstaltung druckfrisch erschienenen Buch Entwicklung der Knoten (edition mosaik). Dabei baute er zunächst Schicht für Schicht und Stimme für Stimme einen Klangteppich aus Klopfgeräuschen und Beatbox-Elementen auf, bevor er den eigentlichen Gedichttext auf diesen Teppich gebettet vortrug bzw. in den Klang einwob. Das Publikum konnte so live den Entstehungsprozess der Stücke mitverfolgen, die die Grenzen zwischen Worten, Lauten und Klängen, schließlich sogar zwischen Literatur und Musik verwischen und Neues entstehen lassen.

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Im Autorengespräch gaben Prosser und Niskate Einblicke in ihre jeweiligen Schreibprozesse und erläuterten, warum ihre Darbietungen sich von der klassischen Literaturlesung entfernen. Gemein ist beiden, dass sie durch den Vortrag dem Text eine adäquate Präsentation und zusätzliche Sinnebenen geben.

Abschließend standen Prosser und Niskate erstmals und exklusiv für diesen Abend gemeinsam auf der Bühne und trugen von Lyrik in Prosa, von Prosa in Lyrik übersetzte Texte des jeweils anderen vor. Zusätzlich performten die Autoren Rücken an Rücken einen kraftvollen Text als Resultat einer fruchtbaren Zusammenarbeit im oberösterreichischen Almtal, „dem eigentlichen Tirol“, wie Prosser dem Publikum versicherte.

Wir bedanken uns sehr herzlich bei allen Zuschauer*innen, bei Niklas L. Niskate und Robert Prosser, beim Team von FRANZ MEHLHOSE, der Literarischen Gesellschaft Thüringen e.V. und der Thüringer Staatskanzlei für die freundliche Unterstützung.

(Fotos: Anne Osterland)

http://www.robertprosser.at/

https://niskate.com/

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19.5. – Erfurt – JENNY in guter Nachbarschaft

Im Rahmen der „Langen Nacht der Museen“ in Erfurt holt die Lesereihe In guter Nachbarschaft einmal mehr die junge österreichische Literatur nach Thüringen!

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Freitag, 19. Mai 2017 – kunsthaus erfurt (Michaelisstr. 34, 99084 Erfurt)

Beginn: 20 Uhr

Eintritt: Mit dem Ticket der Museumsnacht frei.

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jenny_fx

BLAU, BLAU, BLAU IST MEINE LIEBLINGSFARBE

Vier Autoren aus der vierten Ausgabe der Literaturzeitschrift JENNY lesen

Glamour aus Wien auf Reisen – JENNY gastiert erstmals in Thüringen. Die Zuhörer erwarten Geschichten und Verse von brachialer Liebe, sanfter Entrückung und bizarrer Courage – heftige Körperlichkeiten, vom Fleck weg Gestyltes, bezaubernde Eitelkeiten und brandgefährliche Coolness sind zu erwarten. Kurz gesagt: die hohe Literatur, nur ein bisschen fetziger, mit Schirmchen drin: präsentiert von

Helene Bukowski,

Luca Manuel Kieser,

Oravin

und Frank Ruf.

Ein kleines Redaktionsteam aus Studenten des Instituts für Sprachkunst an der Universität für angewandte Kunst Wien gibt ein Mal im Jahr Texte heraus: Neues aus dem deutschsprachigen Raum, Frisches aus der Sprachkunstwerkstatt, Übersetzungen, poetologische Betrachtungen, Interviews. JENNY entsteht in Zusammenarbeit mit dem Grafikdesignbüro studio VIE. JENNY ist blau, neunmalklug, über 100 Seiten stark und schön wie ein Buch.

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Eine Kooperation der Wiener Literaturzeitschrift JENNY mit In guter Nachbarschaft und dem kunsthaus erfurt.