Rückschau: watch us grow.

Am 18.2.2017 schlossen sich insgesamt fünf Kulturinitiativen zusammen, für einen gemeinsamen und vor allem vielfältigen Literaturabend in Erfurt; mit Lesungen, Performances und Musik. Die Idee dahinter: fünf Veranstalter lassen fünf Autoren für sich sprechen. Mit dabei waren das hEFt, das HANT – Magazin für Fotografie, der Litart Thüringen e.V. (Literaturfestival Erfurt), unsere Lesereihe In guter Nachbarschaft – und als Gäste unsere Freunde von mosaik – Zeitschrift für Literatur und Kultur aus Salzburg.

Ein Abend, der die Vielfalt und den Pluralismus einer freien Kultur- und Literaturszene abbilden möchte, braucht natürlich einen passenden Veranstaltungsort. Wir haben uns sehr gefreut, bei FRAU KORTE im Nordbahnhof zu Gast sein zu dürfen!

Nach einer kurzen Einführung durch die Moderatoren eröffnete die Kieler Autorin Franziska Ostermann, auf Einladung vom HANT-Magazin, den Abend. Ihr Langgedicht „Der Mückentod“ war eine poetische Wahrnehmungsfolge, in der das Publikum der Protagonistin Aurie durch einen Sommertag am Wasser folgte.

Es folgte die gebürtige Erfurterin Franziska Wilhelm, hEFt-Autorin der ersten Stunde, die bereits als Romancière auf sich aufmerksam machte und fester Bestandteil der Lesebühne Schkeuditzer Kreuz in Leipzig ist. In ihren Texten huldigte sie leidenschaftlich und augenzwinkernd dem Dresdner Autor Michael Bittner und spürte der Orientierungslosigkeit der Nach-Wendejahre im Erfurter Plattenbau nach.

Bevor es in die Pause ging, setzte sich Kinga Tóth auf Einladung unserer Lesereihe hinters Mikrofon. Die ungarische Soundpoetin, die bereits im letzten Jahr bei der „Summer Edition“ in Jena bleibenden Eindruck hinterließ, las und performte aus ihrem aktuellen Gedichtband Wir bauen eine Stadt. Dazu mischte sie die Texte mit einer Geräuschkulisse aus Gesang, Knister- und Klopfgeräuschen, die sie live mit einer Loop-Station wiedergab.

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Nach der Pause eröffnete Josef Kirchner den zweiten Teil des Abends und stellte kurz das in Salzburg beheimatete Label mosaik vor, das mittlerweile nicht mehr nur als Zeitschrift, sondern auch als Verlag und Veranstalter in Erscheinung tritt. Für mosaik las die Augsburgerin Alke Stachler aus ihrem Buch Dünner Ort poetische Prosaminiaturen. Aufmerksam folge das Publikum den sorgsam gesetzten Worten und Wendungen, die einen gefühlvollen und überzeugenden Ich-Du-Dialog erzeugten.

Zuletzt trat der Musiker und Schauspieler Michael Donth ans Mikro. Er las und sang auf Einladung des Litart Thüringen e.V. eine Cut-Collage aus Arno Schmidts Aus dem Leben eines Fauns. „Die Sache ist nicht unkompliziert“, gab er zu. Dennoch bedurfte es weder bei ihm noch beim Publikum einer Anlaufzeit, um sofort in den Text hineingezogen zu werden. Begeistert folgte das Publikum u.a. den Schmidtschen Lobpreisungen Wielands – ebenso wie den unterhaltsamen Schmähungen Goethes. Kein Wunder, dass im sehr gut besuchten FRAU KORTE der Abend mit viel Applaus endete.

Zu den zahlreichen anschließenden Gesprächen über Literatur und das Kulturschaffen in und außerhalb Thüringens ließ DJ Holm J∅rgensen mit chilltem Elektro und House die Köpfe zufrieden nicken.

In guter Nachbarschaft sagt im Namen aller Beteiligten „Vielen Dank!“ an die Autoren, FRAU KORTE und das Publikum.

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